Zwei Verkehrstote im vergangenen Jahr sind ein historischer Tiefstand. Insgesamt krachte es 7585-mal.

Einer der außergewöhnlichen Unfälle im Jahr 2009: Ein Rettungswagen verunglückte im September während der Einsatzfahrt mit Blaulicht und Einsatzhorn auf der Wüstrathstraße in Uerdingen.  (Archiv
Einer der außergewöhnlichen Unfälle im Jahr 2009: Ein Rettungswagen verunglückte im September während der Einsatzfahrt mit Blaulicht und Einsatzhorn auf der Wüstrathstraße in Uerdingen. (Archiv

Einer der außergewöhnlichen Unfälle im Jahr 2009: Ein Rettungswagen verunglückte im September während der Einsatzfahrt mit Blaulicht und Einsatzhorn auf der Wüstrathstraße in Uerdingen. (Archiv

Dirk Jochmann

Einer der außergewöhnlichen Unfälle im Jahr 2009: Ein Rettungswagen verunglückte im September während der Einsatzfahrt mit Blaulicht und Einsatzhorn auf der Wüstrathstraße in Uerdingen. (Archiv

Krefeld. Zwei Menschen sind im vergangenen Jahr auf Krefelds Straßen gestorben - die niedrigste Zahl, seit die Polizei Unfallstatistiken führt. Das hat Polizeipräsident Rainer Furth gestern bei der Präsentation der Unfallbilanz des vergangenen Jahres betont. Der Vergleich der vergangenen Jahren zeigt - mit einzelnen Ausnahmen - einen steten Rückgang. Im Jahr 1976 beispielsweise waren noch 39 Verkehrstote zu verzeichnen.

Insgesamt werde in Krefeld langsamer und vorsichtiger als noch vor zehn Jahren gefahren, lobt Karl-Heinz Klauer, Leiter der Direktion Verkehr, Krefelds Autofahrer. Zwar blieb die Zahl der Unfälle mit 7585 auf dem Niveau der Vorjahre; doch ist die Zahl der Unfälle mit Verletzten und auch die Verunglücktenzahl selbst wieder rückläufig: 1035 Menschen sind bei 873 Unfällen verletzt worden.

Mehr Kinderunfälle - aber vor allem als nicht aktive Mitfahrer

Dass die Zahl der Kinderunfälle nach einem erstmals zweistelligen Ergebnis (97 im Jahr 2008) wieder deutlich auf nun 126 gestiegen ist, sorgt bei der Polizei zwar nicht für Freude. Allerdings ist die darin enthaltene Zahl der aktiven Verkehrsteilnehmer - die Kinder sind also selbst im Straßenverkehr unterwegs - mit 83 nahezu unverändert (82 in 2008). "43 Kinder sind als Mitfahrer, meist in Pkw, verunglückt. Dabei waren alle ordnungsgemäß gesichert", sagt Klauer. Im Vorjahr lag deren Zahl noch bei 15. Unter den 126 verunglückten Kindern sind auch fünf Ein- und Zweijährige, die sich von ihren Eltern losgerissen hatten oder nicht beaufsichtigt worden waren, so Klauer. 17 der Kinder wurden schwer verletzt - acht mehr als im Jahr zuvor.

"Blink mal wieder" lautete eine Aktion der Polizei, die zu Beginn des Jahres angekündigt worden war. Polizisten achteten besonders auf die Blinkmuffel unter den Autofahrern. Rund 1000 und damit mehr als doppelt so viele Knöllchen habe man ausgestellt, sagt Karl-Heinz Klauer. Vielleicht auch deshalb ist die Hauptunfallursache Abbiegen/Wenden um fünf Prozentpunkte auf 31 Prozent gesunken.

Senioren werden die Polizei vor Herausforderungen stellen

Die Zahl der verunglückten Radfahrer ist 2009 noch einmal gesunken, von 346 auf 328. Der im Landesvergleich sehr hohen Unfallzahl begegnete die Polizei, indem - überwiegend in den Sommermonaten - eine Einsatzhundertschaft aus Duisburg das Verhalten der Radfahrer überprüfte.

Bei den Unfällen von Senioren ist die Zahl auf hohem Niveau geblieben. 153 verunglückten im vergangenen Jahr auf Krefelds Straße (2008: 146), davon 67 (69) als Radfahrer und 26 (28) als Fußgänger. Die Situation der "Generation 65 plus" könne noch dramatischer ausfallen, prognostiziert Klauer anhand der demografischen Entwicklung. Allein von 1999 bis 2009 habe sich die Einwohnerzahl Krefelds in diesem Alter von 40614 auf 50275 erhöht - ein Plus von 21,3 Prozent. Polizeidirektor Klauer sagte, künftig müssten die Straßenräume anders gestaltet werden, damit die Senioren im Straßenverkehr nicht überfordert würden. Ganze Straßenzüge müssten möglicherweise zu Fußgängerzonen umfunktioniert werden - bei einem geplanten Zeitraum von 20 bis 30 Jahren müsse damit jetzt begonnen werden. Außerdem werde man verstärkt auf die immer mobiler werdenden Senioren zugehen müssen, indem man beispielsweise in Vereine gehe oder den Tausch des Führerscheins gegen günstige Bus- und Bahntickets unterstütze.

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