Grüne werfen der CDU vor, den leidgeprüften Stadtteil Uerdingen zum Spielball des Wahlkampfes zu machen.

Grüne werfen der CDU vor, den leidgeprüften Stadtteil Uerdingen zum Spielball des Wahlkampfes zu machen.
Der wenig einladende Zustand des Rheinufers soll sich ändern: Nach Plänen aus dem Integrierten Handlungskonzept soll der Streckenverlauf des Rheinradwegs künftig auch in Uerdingen entlang des Flusses verlaufen. Archiv

Der wenig einladende Zustand des Rheinufers soll sich ändern: Nach Plänen aus dem Integrierten Handlungskonzept soll der Streckenverlauf des Rheinradwegs künftig auch in Uerdingen entlang des Flusses verlaufen. Archiv

abi

Der wenig einladende Zustand des Rheinufers soll sich ändern: Nach Plänen aus dem Integrierten Handlungskonzept soll der Streckenverlauf des Rheinradwegs künftig auch in Uerdingen entlang des Flusses verlaufen. Archiv

Krefeld. Daniel Johns (Grüne) Thesenpapier zur Promenadenführung in Uerdingen hat eine politische Debatte ausgelöst. Die bisherigen Pläne, heißt es darin, seien nicht attraktiv und nutzten die städtebaulichen Potenziale nicht optimal. Man solle den Ausbau der Radpromenade, mit dem man 2020 bereits in Linn ankommen will, vernetzt denken mit dem Radschnellweg Ruhr, der bis Duisburg-Rheinhausen gebaut werden soll. Peter Vermeulen, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU (MIT), sieht in diesen Plänen eine Schwächung der Industrie. Eine Haltung, die John dem Wahlkampf zuspricht.

Vermeulen hatte befürchtet, dass eine Nutzung der Hohenbudberger Straße entlang des Rheinufers als Radweg verhindere, dass der Chemiepark die Potenziale des Hafens optimal nutzen könne. Der MIT-Mann ließ durchblicken: „Die Planungen von Herrn John zeigen zweierlei erschreckend auf: Die Grünen verkennen industriellen Entwicklungsbedarf und die Funktion von Radschnellwegen.“

John legt im WZ-Gespräch nach: „Diese Äußerungen sind voller Missverständnisse und zeugen möglicherweise von schlichter Unkenntnis unseres Papiers. Ein kurzer Blick in unseren Vorschlag hätte gezeigt: Erste Priorität hat dabei für uns die Realisierung und Finanzierung der Promenade selbst. Wir sollten bei der genauen Trassenführung aber sicherstellen, dass sie für Krefeld die optimalen Zwecke erfüllt und zumindest die Zufahrt zum Radschnellweg Ruhr ohne große Umwege möglich macht.“

Laut John ist die Anbindung gar keine neue Idee

Dazu, erläutert John weiter, liege auf der Hand, „dass gerade am Rheinufer, also dem Bereich unterhalb des Rheindeiches, riesige städtebauliche Potenziale brachliegen. Wir haben deshalb eine neue Streckenvariante von Linn bis Uerdingen gesucht, die an das vorhandene Radnetz nach Duisburg optimal anschließt und den Rhein nicht aus den Augen verliert. Es ist dabei begeisternd, wie viel an Radinfrastruktur bereits heute vorhanden ist. Der Weg Richtung Duisburg über die Rheinauen ist sogar sehr attraktiv.“

Der grüne Ratsherr betont, dass es seiner Partei gar nicht um einen durchgehenden Radschnellweg auf dem Zwischenstück hinter Uerdingen nach Duisburg gehe. „Das ist wegen der Kosten und Flächen zurzeit nicht realistisch. Wir schlagen hier vor, dass für die gegenseitige Anbindung hauptsächlich die bereits vorhandenen Radwege genutzt werden sollen. Und diese laufen eben heute östlich der Bahnstrecke. Wie man daraus Angst um den Wirtschaftsstandort ableiten kann, bleibt schleierhaft.“

Richtig sei, dass die Grünen in Uerdingen mit der Promenade auch das verwaiste Rheinufer beleben und die Altstadt anbinden wollen. „Die Idee ist ja nichtmal neu. Sie ist im Integrierten Handlungskonzept vorgesehen und Bestandteil des Bebauungsplans Rheinblick, zu dem Herr Vermeulen ja bekanntermaßen ein spezielles Verhältnis hat. Dazu kommt, dass Herr Vermeulen die Unterschiede zwischen Radschnellweg Ruhr und Promenade verkennt.“

Reflexartige Kritik dieser Art, glaubt John, helfe weder der Entwicklung der Promenade noch der von Uerdingen. „Der Stadtteil leidet schon viel zu lang darunter, dass er zwischen seinen Funktionen als Lebensmittelpunkt und Industriestandort zerrieben wird. Der heutige traurige Zustand des Rheinufers zeugt von den Fehlern der Vergangenheit.“

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