Köpa und Pinguine streiten seit Wochen. Dabei sind sie aufeinander angewiesen.

Analyse
Streiten ums Geld im König-Palast (von oben): Wolfgang Schulz, Robert Haake und Wolfgang Feld.

Streiten ums Geld im König-Palast (von oben): Wolfgang Schulz, Robert Haake und Wolfgang Feld.

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Streiten ums Geld im König-Palast (von oben): Wolfgang Schulz, Robert Haake und Wolfgang Feld.

Krefeld. Nach dem „Waffenstillstand“ während der Play-off wird der Ton wieder rauer im Streit zwischen den Pinguinen und dem König-Palast-Betreiber, der Seidenweberhaus GmbH. Hintergrund: Die Pinguine hatten vor den Play-off das bislang gemeinsam mit dem Köpa betriebene Ticketing im Alleingang übernommen. Die Stadttochter Seidenweberhaus GmbH wertete dies als Vertragsbruch und kündigte eine Klage an.

Die WZ beleuchtet die Hintergründe des seit Wochen schwelenden Streits:

Um was geht es bei dem Streit eigentlich?

„Es geht nicht wirklich ums Ticketing, es geht generell ums Geld“, sagt Ex-Pinguine-Boss und CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel. Die Pinguine wollen laut Fabel an das Geld vom Köpa, da sie aus eigenem Wirtschaften die nötigen Einnahmen nicht erreichten.

Fabel macht dafür zu hohe Eigenkosten und fehlende Vermarktungserfolge verantwortlich: „Im Sponsoring ist doch von denen in den vergangenen zwei Jahren nichts Neues gekommen.“ Auch Auswärtstrikotsponsor Lekker, ein bundesweit tätiger Energieversorger, an dem die Krefelder Stadtwerke beteiligt sind, „kam ja nicht von den Pinguinen“.

Wer kämpft gegen wen?

Nachdem Pinguine-Boss Wolfgang Schulz in den vergangenen Jahren alle Rivalen im Gesellschafterkreis – von Bernd Schönmackers über Thomas Stoffmehl bis zuletzt Wolfgang Schäfer und Fabel – verdrängt hat, ist er nun wohl Alleinentscheider, folglich aber wohl auch Alleinzahler.

Auf der Gegenseite steht die städtische Seidenweberhaus GmbH. Ihr Aufsichtsrat unter Vorsitz von CDU-Ratsherr Wolfgang Feld ist politisch besetzt mit Mitgliedern der im Stadtrat vertretenen Parteien sowie der Stadtspitze mit Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Kämmerer Ulrich Cyprian und Stadtdirektorin Beate Zielke.

„Es geht nicht wirklich ums Ticketing, es geht generell ums Geld.“

Wilfrid Fabel, CDU-Politiker und ehemals Pinguine-Boss

Problematisch für die Pinguine: Ähnliche Konstellationen, teilweise sogar mit den gleichen Personen, gibt es auch in anderen Stadttöchtern wie SWK und Wohnstätte. Aber genau diese städtischen Unternehmen stellen weit über 80 Prozent der Sponsor-Einnahmen der Pinguine.

Ein weiteres Problem für die Pinguine-Führung: Die Pinguine sind nicht nur Hauptmieter, sie sind vor allem Hauptnutznießer des Köpa. „Dieser Vertrag war Grundlage für die Entscheidung des Stadtrates, den Köpa überhaupt zu bauen“, erinnert Palast-Befürworter Fabel. Er verweist darauf, dass die Pinguine einen – in der Größenordnung festgelegten – Beitrag zum Bau leisten wollten und sollten. Dieser werde durch die Überlassung von Werbe- oder Vermarktungsrechten (unter anderem beim Kartenverkauf oder den Business Seats) beim Geldgeber abgestottert.

Zur Erinnerung: Für die Baukosten von rund 30 Millionen Euro zahlt die Seidenweberhaus GmbH jährlich an die Bau GmbH zwei Millionen Euro Pacht. Darin sind Zins und Tilgung für den Bau der Arena enthalten. Erst 2034 wird das Gebäude abbezahlt sein.

Sind die Pinguine durch den Köpa zu einem Minus verurteilt?

Nein, denn in der Spielzeit mit Trainer Igor Pavlov (2008/09) erwirtschaftete Ex-Geschäftsführer und Fabels Sparkommissar Wolfgang Schäfer bei einem Zuschauerdurchschnitt von 4491 und 7819 im Play-off-Viertelfinale gegen die DEG ein operatives Plus von rund 200 000 Euro.

Als Nachfolger und Schulz-Favorit Robert Haake dann im ersten Halbfinaljahr (2010/11) mit Rick Adduono „nur eine Null“ (4500 Zuschauer in der Vorrunde, 7503 in Play-off) erwirtschaftete, da grantelte Fabel bereits lautstark in Richtung Haake. Und ausgerechnet Wilfrid Fabel wolle nun, so kündigte SWH-Aufsichtsratschef Feld an, die Pinguine in nächster Zeit zur Einsicht bewegen. Denn die haben den bis 2015 laufenden Vertrag mit dem Köpa gekündigt.

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