Coprayer Hofrunde: Auf Burg Linn nimmt die FDP mit Rösler und Roland Tichy zwei neue Ritter in ihre Tafelrunde auf.

Neue Ritter der Coprayer Hofrunde auf Burg Linn: Gesundheitsminister Philipp Rösler (r.) und Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy (l.) mit dem Bezirksvorsitzenden der FDP Niederrhein, Dietmar Brockes.
Neue Ritter der Coprayer Hofrunde auf Burg Linn: Gesundheitsminister Philipp Rösler (r.) und Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy (l.) mit dem Bezirksvorsitzenden der FDP Niederrhein, Dietmar Brockes.

Neue Ritter der Coprayer Hofrunde auf Burg Linn: Gesundheitsminister Philipp Rösler (r.) und Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy (l.) mit dem Bezirksvorsitzenden der FDP Niederrhein, Dietmar Brockes.

Dirk Jochmann

Neue Ritter der Coprayer Hofrunde auf Burg Linn: Gesundheitsminister Philipp Rösler (r.) und Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy (l.) mit dem Bezirksvorsitzenden der FDP Niederrhein, Dietmar Brockes.

Krefeld. Den Humor haben die Liberalen auf jeden Fall nicht verloren. Die jüngste Ausgabe der Coprayer Hofrunde ist so witzig und unterhaltsam, dass die Gäste nicht mit spontanem Applaus für die neuen Ritter sparen. Die edlen Herren werden stilecht im Rittersaal der Burg Linn in ihren neuen Stand erhoben, obwohl sie die eine oder andere Verbal-Attacke im Schilde führen.

"Der Pförtner im Bundestag meinte, er würde mir eher glauben, wenn ich sage, ich sei der Kaiser von China."

Philipp Rösler, Bundesgesundheitsminister

Deutschlands junger Gesundheitsminister Philipp Rösler bewirbt sich mit einem Bericht über seine Anfänge in Berlin als Ritter der spitzen Zunge und empfiehlt sich damit wohlfeil auch als Ritter wider den tierischen Ernst. Er hat keine Angst, nicht in den Adelsstand erhoben zu werden. "Ich bin sowieso der Philipp von der FDP", sagt er. Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche und künftiger Ritter der spitzen Feder, macht seinem Namen als Mann, der die Konflikte nicht scheut, alle Ehre.

Über hundert Gäste nehmen den Weg über die hölzerne Brücke in den Innenhof des historischen Gemäuers. Sie schreiten durch das Spalier der Männer und Frauen der Linner Ritterrunde. "Seid gegrüßt" empfangen diese Bundestagsabgeordnete, die Ex-Innenminister Burkhard Hirsch und Ingo Wolf, Andreas Pinkwart, den FDP-Vorsitzenden in NRW und viele, die den Gang zur Ritterwürde schon geschafft haben.

Guido Westerwelle fehlt diesmal beim Rittertreffen auf Burg Linn

Allein Vize-Kanzler Guido Westerwelle, der schon oft den Weg nach Linn fand, fehlt ebenso wie Laudator Rüdiger Oppers. Der NRZ-Chefredakteur ist durch die Arbeit verhindert. Für ihn springt Hans-Henning Krumrey ein, der Leiter des Hauptstadtbüros der Wirtschaftswoche und fühlt Rösler auf den Zahn. Krefelds Bürgermeisterin Jutta Pilat freut sich auf den Abend: "Auf die Reden bin ich gespannt", sagt sie ahnungsvoll.

Rösler berichtet von seinem ersten Tag in Berlin. "Der Pförtner will mich nicht einlassen", erzählt er. "Der bezweifelt, dass ich der neue Gesundheitsminister bin und meint, wenn ich sagen würde, ich sei der Kaiser von China, würde er mir eher glauben. Gerade eben sei noch ein junger Schnösel dagewesen, der behauptete, der neue Verteidigungsminister zu sein." Der Minister berichtet, dass die Bundesregierung in den vergangenen zehn Monaten nichts gemacht habe. "Zeit, in der sich die Wirtschaft von der Politik erholen konnte."

In die Coprayer Hofrunde der FDP werden seit 1962 jährlich je ein "Ritter der spitzen Feder" und ein "Ritter der spitzen Zunge" aufgenommen. Zu den Rittern der spitzen Feder werden verdiente Journalisten ernannt.

Die Runde ist nach ihrem Gründungsort, dem ehemaligen Coprayer Hof bei Kleve, benannt. Vor Jahren zog die Ritterrunde um zur Burg Linn.

Tichy bestätigt sich als streitbarer Journalist. "Deutschland schafft sich selbst ab", findet auch er. "Angela Merkel schafft durch ihr Verhalten zu Finanzfachmann und Bestseller-Autor Thilo Sarrazin die Unabhängigkeit der Bundesbank ab." Auch um die Abschaffung der FDP mache er sich keine Sorgen. "Das macht der Guido ganz alleine." Meint Krefelds Bundestagsabgeordneter Otto Fricke mit einem Schmunzeln: "Kann man nicht auch Chefredakteure abschaffen?"

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