Die Noten der Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst werden bald im Internet veröffentlicht.

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Wie gut ist die Pflege? Die Noten sollen Auskunft geben.

Wie gut ist die Pflege? Die Noten sollen Auskunft geben.

dpa

Wie gut ist die Pflege? Die Noten sollen Auskunft geben.

Krefeld. Die Spannung steigt in den Senioren und ihren Angehörigen. Seit Juli war der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) unterwegs und hat unangemeldet die Pflegeheime geprüft. "Nächste Woche wird ein größerer Schwung untersuchter Heime im Internet veröffentlicht", sagt AOK-Pressesprecher Andreas Franke.

Die vier Krefelder Häuser der Diakonie haben ihre Noten nach der vierwöchigen Widerspruchsfrist schon freigegeben und warten nun auf die Veröffentlichung. Schließlich ist eine gute Gesamtnote eine gute Werbung.

Das Altenheim am Tiergarten hat eine Gesamtnote von 1,8, das Haus im Park und am Westwall jeweils 1,7 sowie das Altenheim Wilhelmshof 1,6. Geschäftsführerin Ellen Weinebrod freut sich über das Gesamtergebnis. Auch wenn die Prüfer an einigen Stellen Potenzial für Verbesserungen gesehen haben. Daran werden die Häuser arbeiten, um beim nächsten fälligen Test noch besser abzuschneiden.

"Von unabhängigen Dritten eine Rückmeldung über unsere Arbeit zu bekommen, ist für uns sehr wertvoll", sagt Weinebrod. Und sie ist gespannt, wie die Konkurrenz abschneidet.

Schon am Tag nach Inkrafttreten des Gesetzes standen die Prüfer beim Haus am Westwall auf der Matte, um die fünf Bereiche unter die Lupe zu nehmen: Umgang mit Demenzkranken, soziale Betreuung, Hauswirtschaft und Hygiene sowie eine Bewohnerbefragungen. Schwerpunkt ist die Pflege und medizinische Versorgung mit 35 von 82 Qualitätskriterien.

Schon früher wurden die Heime geprüft. Allerdings blieben die Ergebnisse unveröffentlicht. Seit Juli gilt, dass die Prüfungen unangemeldet erfolgen und die Ergebnisse in Schulnotenform veröffentlicht werden. Es wird in fünf Bereichen und nach 82 Kriterien geprüft. Schwerpunkt ist die Pflege und medizinische Versorgung. Die Einrichtungen erhalten das Ergebnis vorab und haben vier Wochen Widerspruchsfrist.

In der Woche nach dem dritten Advent erwartet die AOK, die sich im Raum Nordrhein die Veröffentlichung für die Pflegekassen kümmert, die erste größere Anzahl von veröffentlichten Ergebnissen. Die Einrichtungen sind verpflichtet, die Ergebnisse auszulegen.

Zuständig für die Prüfung ist die der Medzinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Die Prüfer kommen unangemeldet einmal jährlich oder nach Anforderung durch die Pflegekasse.

Die Heimaufsicht liegt bei den Kommunen, in Krefeld ist sie eingebettet im Fachbereich Gesundheit. Sie ist zuständig für die Zulassung von Einrichtungen und prüft auch selbstständig. Der MDK informiert die Heimaufsicht über seine Prüftermine und stellt ihr die Prüfberichte zur Verfügung.

In Krefeld gibt es 20 stationäre Altenpflege-Einrichtungen mit 2065 Plätzen. 18 sind nach dem neuen Modus bereits geprüft.

Klaus Isberner, Heimaufsicht in Krefeld, und Andreas Franke von der AOK warnen allerdings davor, die Gesamtnoten überzubewerten und sich auf etwaige Ranglisten zu verlassen. "Sie können Orientierungshilfe sein. Allerdings sollte man die Ergebnisse im Detail ansehen und sich vor Ort selbst ein Bild machen", rät Isberner Die Noten stehen in der Kritik, weil sie sehr gut ausgefallen sind und alle Kriterien gleich bewertet werden.

Sechs Prozent der Einrichtungen, die der MDK Nordrhein geprüft hat, haben bei Pflege und medizinischer Versorgung ein Mangelhaft kassiert. In Krefeld habe allerdings keines der bisher 18 geprüften Heime so schlecht abgeschnitten, wie aus den Prüfberichten des MDK hervorgehe, sagt Isberner.

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