Teilnehmer am Programm erhalten Denkmäler und können sich selbst dort bestatten lassen.

Gärtner Stefan Brammen (l.) und Steinmetz Manfred Messing (r.) haben sich um die Restaurierung und Neugestaltung der Grabstätte Biederbick auf dem Hauptfriedhof gekümmert.
Gärtner Stefan Brammen (l.) und Steinmetz Manfred Messing (r.) haben sich um die Restaurierung und Neugestaltung der Grabstätte Biederbick auf dem Hauptfriedhof gekümmert.

Gärtner Stefan Brammen (l.) und Steinmetz Manfred Messing (r.) haben sich um die Restaurierung und Neugestaltung der Grabstätte Biederbick auf dem Hauptfriedhof gekümmert.

Andreas Bischof

Gärtner Stefan Brammen (l.) und Steinmetz Manfred Messing (r.) haben sich um die Restaurierung und Neugestaltung der Grabstätte Biederbick auf dem Hauptfriedhof gekümmert.

Krefeld. Seit 2011 bietet der Fachbereich Grünflächen für ausgewählte denkmalwürdige Gräber auf den Friedhöfen Grabmalpatenschaften an. Die Nutzungsrechte der künstlerisch wertvollen Grabanlagen sind abgelaufen oder Angehörige haben diese Grabstätten aufgegeben. Sie fallen damit in den Besitz der Stadt Krefeld, die die Mittel für den Erhalt der Denkmäler aufbringen muss.

Da die öffentlichen Mittel bekanntlich begrenzt sind, entstand die Idee der Patenschaft für verantwortungsbewusste Bürger. „Wir vermitteln die Grabmäler an Interessenten, die von uns je ein Stück Stadtgeschichte, Kunst und Denkmal erhalten“, sagt Denkmalschützer Veit Berroth. „Der Pate übernimmt die Pflege der Grabstätte und des Grabsteins und erwirbt das Recht, sich und seine Familie hier begraben zu lassen.“

Die ehemalige Grabstätte der Familie Biederbick auf dem Hauptfriedhof ist ein aktuelles Beispiel für eine erfolgreiche Grabmalpatenschaft. Da das Denkmal im Besitz der Stadt Krefeld bleibt, kann seine Patin die Kosten für Reinigung, Wiederbefestigung oder Restauration des Grabmals als Spende geltend machen. 3900 Euro kostet solch ein Grabmal für die nächsten 30 Jahre. Grabpaten müssen die Pacht für ein Grab erst nach der Bestattung zahlen. Bis dahin fallen nur die Kosten für Restaurierung und Pflege an.

Die Rußschichten wurden von der Oberfläche abgetragen

Steinmetz Manfred Messing befreite den französischen Kalkstein Savonnières vorsichtig von seiner über 100 Jahre alten Patina. Mit einem Mikrostrahlgerät speziell für Restaurierung trug er die harten Rußschichten von der weichen Oberfläche ab. Die alten Inschriften blieben ebenso erhalten wie die dekorativen Elemente. „Die Mohnkapseln stehen symbolisch für den Schlaf als Bruder des Todes“, erläutert Veit Berroth die künstlerische Gestaltung. „Die Flügel befördern die Seele in den Himmel und die Bibel steht für den Glauben.“

Die rechte Sitzbank war im Laufe der Jahre so zerbröselt, dass sie nicht mehr repariert werden konnte. „Die Rekonstruktion ist aus dem gleichen Kalkstein, wir haben ihn extra aus Frankreich bezogen“, sagt Manfred Messing. Auch gärtnerisch ließ die Patin, die nicht namentlich genannt werden möchte, das Grab anlegen. Gärtner Stefan Brammen bepflanzte es auf ihren Wunsch dezent mit frostharter Schneeheide. „Das entspricht eher der Würde eines Denkmals als die Rasenfläche vor dem Grab“, meint auch Veit Berroth.

Kontakt Die Stadt bietet engagierten Bürgern an, Patenschaften für ausgewählte Gräber zu übernehmen. Über 100 Grabstellen stehen allein auf dem Hauptfriedhof zur Auswahl. Interessierte, die eine Grabstätte pflegen möchten, können sich an Bodo Lauterbach, Fachbereich Grünflächen, unter Telefon 864464, wenden.

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