Seit Freitag stehen acht Frauen und ein Mann als Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Wuchers vor dem Krefelder Landgericht.

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Ein 30-Jähriger muss sich ab Dienstag vor dem Krefelder Landgericht wegen Mordversuchs verantworten.

Ein 30-Jähriger muss sich ab Dienstag vor dem Krefelder Landgericht wegen Mordversuchs verantworten.

Andreas Bischof

Ein 30-Jähriger muss sich ab Dienstag vor dem Krefelder Landgericht wegen Mordversuchs verantworten.

Krefeld. Eine Gruppe von Partnervermittlerinnen soll mit der landesweiten Jagd auf alleinstehende, ältere Herren deren Ersparnisse ergaunert haben. Seit Freitag stehen acht Frauen und ein Mann als Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Wuchers vor dem Krefelder Landgericht. Sie sollen mehrere Partnervermittlungen gegründet und ihren Opfern bei Hausbesuchen zwischen 1700 Euro und 10.000 Euro abgeknöpft haben.

Ein 53-jähriger Krefelder soll Drahtzieher des Geschäfts gewesen sein. Als "Gegenwert" seien den Opfern wahllos Adressen älterer Damen überlassen worden. Alle Firmen seien nach knapp einem Jahr ins Ausland verkauft worden, um die Schadensansprüche der Opfer ins Leere laufen zu lassen, so die Anklage.

Die Partnervermittlerinnen waren überwiegend am Niederrhein und im Ruhrgebiet aktiv. Beim Prozessauftakt am Freitag zeichnete sich eine Absprache ab: Die Verteidiger verhandelten hinter geschlossenen Türen über die Strafhöhe für ihre Mandantinnen im Gegenzug zu umfassenden Geständnissen. Mit einer Razzia in mehreren Städten waren die Ermittler im August 2005 gegen die Institute vorgegangen.

War die Polizei damals noch von hunderten Opfern und mehreren Millionen Euro Schaden ausgegangen, sind nur noch 21 Fälle und ein Schaden von 100 .000 Euro angeklagt. Betrogene Senioren hatten die Ermittlungen mit mehreren Strafanzeigen ins Rollen gebracht.

Mit Inseraten sollen die Verdächtigen in Zeitungen und Zeitschriften am Niederrhein, im Ruhrgebiet bis hinein ins Sauerland gezielt einsame ältere Menschen angesprochen haben. Die Angeklagten sollen die Einsamkeit ihrer Opfer und ihre psychische Labilität etwa nach dem Verlust des Ehepartners ausgenutzt haben.

Alterssenilen Opfern sollen sogar gleich mehrere Vermittlungsverträge verkauft worden sein. 2004 waren die Büros einer Partnervermittlung in Tönisvorst durchsucht worden. Dabei stießen die Polizisten auf Einnahmen von 1,2 Millionen Euro, die in nur wenigen Monaten angefallen waren.

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