Geschäftsleute fürchten Umsatzeinbußen, die Anwohner Lärm. Unterführungen werden bald geschlossen.

Krefeld. Die Aussicht auf eine langfristige Sperrung des Ostwalls sorgt bei Einzelhändlern und Immobilienbesitzern für Unruhe. Allerdings stehen die letzten Details noch nicht endgültig fest, sagt Dezernent Thomas Visser. Die Detailplanung startet vermutlich im April/Mai. Zudem hat man bei einem Gespräch vereinbart, dass man sich die Verkehrsplanung noch einmal gemeinsam ansehen wird (die WZ berichtete).

Der Ostwall wird zwei Jahre lang Baustelle bleiben

Hintergrund ist der Umbau des Haltestellenbereichs Rheinstraße auf dem Ostwall. Ab dem Frühjahr 2013 werden dort die Bagger rollen und für rund 20 Millionen Euro zwei Jahre lang den kompletten Bereich neu gestalten.

Gerade zu Beginn der Bauarbeiten werde es zu gravierenden Einschnitten kommen, sagt Visser, da die Kreuzungen Ostwall/St.-Anton-Straße und Ostwall/Rheinstraße für mehrere Wochen komplett gesperrt werden müssen. Grund ist die vollkommen neue Trassenführung der Gleise.

Währenddessen wird es nicht nur für die Autofahrer Umleitungen geben, auch die Bus- und Bahnkunden müssen mit Verlegung von Haltestellen und Bussen statt Bahnen rechnen. Die U70/76 wird nur bis Dießem fahren können. Busse bringen die Fahrgäste dann bis zur Rheinstraße.

In der zweiten, deutlich längeren Bauphase wird dann der eigentliche Haltestellenbereich umgestaltet. Dabei sind weitere Vollsperrungen des Ostwalls nötig, die Kreuzungen sollen dann aber frei bleiben.

Antrag Die SPD beantragt für den nächsten Planungsausschuss am 21. März einen Sachstandsbericht der Verwaltung zum Baustellenmanagement für den Umbau des Ostwalls. Ziel müsse sein, darauf zu achten, dass keine Existenzen in Gefahr geraten. Dabei sollten auch Belästigungen und Erreichbarkeit berücksichtigt werden.

Ausschuss Die Sozialdemokraten regen zudem an, einen Unterausschuss Innenstadt zu bilden, in dem alle innenstadtrelevanten Fragen zusammenlaufen.

Umbau Der Haltestellenbereich Rheinstraße auf dem Ostwall wird ab Frühjahr 2013 umgebaut. Dauer rund zwei Jahre, Kosten etwa 20 Millionen Euro.

Die Anlieger hatten angeregt zu prüfen, ob sich die Bauzeit nicht verkürzen lasse. Dazu macht Visser deutlich, dass man auch auf die Anwohner Rücksicht nehmen müsse. Denn dies würde bedeuten, dass auch am Wochenende und in der Nacht gearbeitet werden müsste. Man habe aber bei der Gleisverlegung an der Rheinstraße gesehen, dass die Anwohner sich durch den nächtlichen Lärm massiv gestört fühlen. „Da sind einfach Grenzen gesetzt“, so Visser.

Unterführungen werden bis auf vier endgültig verschlossen

In zwei Gesprächsrunden hat man sich mit Vertretern der unterschiedlichen Interessenvertretungen geeinigt, die Bauarbeiten und Vorplanungen mit vier gemeinsamen Arbeitskreisen zu begleiten. Dort sollen auch Lösungsvorschläge von Anliegern einbezogen werden.

Noch vor den eigentlichen Bauarbeiten – zwischen März und Juli dieses Jahres – werden sieben Unterführungen unter den beiden Kreuzungsbereichen verfüllt und endgültig geschlossen. An beiden Kreuzungen bleiben jeweils zwei Zugänge offen.

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