Die 13. Orgelnacht stand unter dem Motto „Niederrhein“.

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Stephan Froleyks zauberte bei der Oppumer Orgelnacht mit seiner Flötenmaschine Klänge in die Schutzengelkirche.

Stephan Froleyks zauberte bei der Oppumer Orgelnacht mit seiner Flötenmaschine Klänge in die Schutzengelkirche.

Andreas Bischof

Stephan Froleyks zauberte bei der Oppumer Orgelnacht mit seiner Flötenmaschine Klänge in die Schutzengelkirche.

Krefeld. Die musikalische und kulinarische Reise durch eigentlich vertraute Gefilde brachte bei der 13. Oppumer Orgelnacht viel Unerwartetes: Geboten wurde Musik von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis ins Jahr 2006 und im Pfarrheim ein niederrheinisches Büffet.

Zwei Instrumente in seltener Kombination, ein Flügel (gespielt von Christoph Lahme) und ein französisches Harmonium (Christian Gerharz), schafften es bei der "musikalischen Hauptspeise", die drei Schiffe der Schutzengelkirche mit einem Klangvolumen zu füllen, dass man meinte, ein ganzes Orchester zu hören.

Als "musikalischer Apéritif" wurden Orgelwerke zweier Komponisten serviert, die bereits in jungen Jahren Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf waren: Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann.

Die akustische "Vorspeise" lieferten drei zeitgenössische Komponisten vom Niederrhein (Jürg Baur, Thomas Blomenkamp und Norbert Laufer) mit Klavier- und Orgelstücken.

Unbekannte wie faszinierende Klangerlebnisse bot das "Dessert" des Komponisten und Schlagzeugers Stephan Froleyks. Nach seinem Spiel auf einer Flötenmaschine, einem Messertisch und Balkonblumentöpfen, das an indonesische Gamelan-Musik erinnerte, gab es Gedränge am Altar, um die einzigartigen Instrumente zu bestaunen.

Das "Betthupferl" brillant mit atemberaubendem Tempo von Olga Andryushchenko vorgetragen, war alles andere als Musik zum Einschlafen.

Der Kantor Christoph Scholz, der mit seinen informativen wie unterhaltsamen Moderationen ein guter Gastgeber war, kam als Organist jedoch kaum zum Zuge, denn der Niederrhein gehört nun einmal nicht zu den klassischen Landschaften der Orgelmusik.

Den geringen Anteil dieses Instruments an der Orgelnacht hat sicherlich niemand bedauert, als er sich nach eindrucks- und genussvollen Musikerlebnissen um halb eins am Morgen mit einem Weckmann als Wegzehrung ausgestattet auf den Heimweg machte.

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