Der 27-jährige Regisseur Matthias Heuser produziert in Krefeld mehrere Szenen.

Schauspieler Joachim Assböck (l.) und Jan Niklas Berg streiten sich – im Hintergrund Kameramann Martn Demmer und Regisseur Matthias Heuser.
Schauspieler Joachim Assböck (l.) und Jan Niklas Berg streiten sich – im Hintergrund Kameramann Martn Demmer und Regisseur Matthias Heuser.

Schauspieler Joachim Assböck (l.) und Jan Niklas Berg streiten sich – im Hintergrund Kameramann Martn Demmer und Regisseur Matthias Heuser.

abi

Schauspieler Joachim Assböck (l.) und Jan Niklas Berg streiten sich – im Hintergrund Kameramann Martn Demmer und Regisseur Matthias Heuser.

Krefeld. Wer einen Blick hinter die Kulissen von großen Filmproduktionen wirft, entdeckt dort Kabel, wartende Schauspieler, essende Techniker und wieder Kabel. Das ist bei dem Kurzfilm "Bobby spielt das Leben" nicht anders. Aber: Alle Mitwirkenden erhalten keine Gagen. Und Regisseur, Kameramann und Producer sind noch Studenten - allerdings drehen sie höchst professionell.

Die Wohnung für den Dreh hat sich Krefelder Regisseur Matthias Heuser (27) "ausgeborgt" - von Onkel und Tante, die für die Drehzeit ausgeflogen sind. Für sie besser: Da Bobbys Film-Vater Alkoholiker sein soll, verstellen mehr als 30 abgestandene Bierflaschen den Küchentisch.

Der Flur ist "zu weiß und langweilig", so dass das 30-köpfige Team kurzerhand PVC-Folie an die Wände klebt. Die Rolladen sind runtergezogen, Licht gibt’s nur elektronisch. Tontechniker wuseln durcheinander. Alles ist bereit für die neunte Szene des Kurzfilms.

Ein Auszug aus dem Drehbuch: "Die Wohnungstür wird aufgeschlossen. Bobby atmet tief durch und tritt ein. Aus dem Wohnzimmer flackert bereits das Licht des Fernsehers entgegen. Westernatmosphäre." Diese kleine Szene zeigt bereits den dominierenden Konflikt des 30-minütigen Films; den Konflikt zwischen Alt und Jung.

Die grobe Handlung: Der 18-jährige Bobby (Jan Niklas Berg) will raus - raus aus der Wohnung seines cholerischen Vaters (Joachim Paul Assböck) und rein in sein eigenes Leben. Er flüchtet in Traumwelten. Als er Nina kennenlernt, muss er sich entscheiden, wie sein Leben weitergehen soll.

"Es ist spannender, das zu erzählen, das man selbst kennt", sagt Regisseur Heuser dazu. Den Drang nach Selbstständigkeit verspürte auch er schon früh. Die Idee zum Film kam ihm beim Zugfahren, "wie all meine guten Ideen", sagt Heusen. Immerhin war die Idee zu "Bobby spielt das Leben" so gut, dass die Filmstiftung NRW 20 000 Euro dazu legte. Die restlichen 10 000 Euro für Anreise, Verköstigung, Kostüme und Technik werden aus Eigenmitteln und Sponsoring aufgebracht.

Die Krefelder Wohnung wird bis Donnerstag von Kameramann Martn Demmer (29) und seiner neuen RED-ONE Kamera belegt. Dann wird der Film geschnitten. Noch-Student Matthias Heuser will sich mit "Bobby spielt das Leben" bei Filmfestivals bewerben. Ob er im Kino zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. So oder so - alle Mitwirkenden haben sichtlich Freude an den Dreharbeiten.

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