Der Arbeitskreis zum Erhalt der Bücherei hat die OB-Bewerber zum geplanten Quartierszentrum angehört.

Uerdingen
Wird in Uerdingen – wie schon am WZ-Mobil – immer noch heißt diskutiert: die Bücherei. Archiv

Wird in Uerdingen – wie schon am WZ-Mobil – immer noch heißt diskutiert: die Bücherei. Archiv

abi

Wird in Uerdingen – wie schon am WZ-Mobil – immer noch heißt diskutiert: die Bücherei. Archiv

Krefeld. In einer Stellungnahme zum geplanten Quartierszentrum für Uerdingen haben sich die Oberbürgermeisterkandidaten mehrheitlich für eine solche Einrichtung ausgesprochen. Sie befürworten, dass dort ein Bücherangebot gemacht werden soll. Unterschiede gibt es vor allem in der Frage der Machbarkeit.

Wie die WZ berichtet hat, arbeitet die Stadtverwaltung derzeit an einem Konzept für ein Quartierszentrum. Die Bürger sollen beteiligt werden. Die Frage möglicher Zuschüsse muss geklärt werden.

Der Arbeitskreis zum Erhalt der Bücherei Uerdingen hatte im Juni allen sechs Oberbürgermeister-Kandidaten sechs Fragen zum Thema zugeschickt. Bis auf Sven Fucker haben alle geantwortet.

Auf die Frage, ob sie grundsätzlich davon ausgehen, dass die Bücherei in einem Quartierszentrum wiedereröffnet werden sollte, antworten Frank Meyer (SPD) und Michael Heepen (Die Partei) mit einem klaren Ja. Peter Vermeulen (CDU) ist vorsichtiger, sagt, dass dies ein mögliches Angebot werden könnte und verweist auf das noch zu erstellende Konzept sowie die noch nicht geklärte Finanzierung.

Thorsten Hansen (Grüne) erinnert ebenfalls an die Kosten und eine Gleichbehandlung der Stadtteile. Er bringt deshalb das Thema Bücherbus ins Spiel. Sandra Leurs (Piraten) hingegen sieht das Quartierszentrum hauptsächlich als Einrichtung der Seniorenpolitik.

Kandidaten glauben nicht an eine Zwischenlösung

Skeptisch sind die Kandidaten, wenn es um die Frage nach einer provisorischen Lösung geht. Während Frank Meyer, Sandra Leurs und Michael Heepen sich für eine Verlegung der Montagslesungen in das Gebäude der ehemaligen Bücherei aussprechen, sind Hansen und Vermeulen skeptisch, ob die dafür notwendigen Mindestanforderungen an Brandschutz und Sicherheit zu erfüllen sind.

Aus finanziellen Gründen halten die Bewerber um das Oberbürgermeisteramt auch einen provisorischen Entleihbetrieb für wenig wahrscheinlich. „Ich habe Zweifel, ob dies mit verantwortbarem Mitteleinsatz organisatorisch umsetzbar ist“, sagt Frank Meyer. Wichtiger sei ihm eine schnelle Umsetzung des Projekts Quartierszentrum.

Peter Vermeulen findet: „Eine provisorische Ausleihe mit Beständen der Mediothek Krefeld ist ohne erhebliche Kosten nicht realisierbar.“ Eine Bereitschaft zur ehrenamtlichen Umsetzung der Idee sei für ihn derzeit nicht erkennbar.

Auf die Grundsatzfrage, wie die Kandidaten zu einem quartiersnahen öffentlichen Bibliotheksangebot stehen, antworten die Kandidaten unterschiedlich. Meyer kritisiert die Schließung der Uerdinger Einrichtung als „unsozial, familien- und bildungsfeindlich“. Eine Bücherei gehöre zur Daseinsvorsorge hinzu. Deshalb sei er froh, dass der Rat das Projekt des Quartierszentrums auf den Weg gebracht hat.

Vermeulen erinnert daran, dass Politik und Verwaltung angesichts des Kostendrucks mehrheitlich für eine Zentralisierung des Angebots gestimmt und deshalb eine neue Mediothek in der City gebaut haben. Änderungen an diesem Konzept müssten deshalb politisch diskutiert und entschieden werden.

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