Wenn es zu schweren Unfällen oder Unglücken kommt, betreuen Notfallseelsorger die Angehörigen. So auch zuletzt am Westwall.

Notfallseelsorger sind am Unfallort wichtige Helfer. In Krefeld werden acht weitere Ehrenamtler für die verantwortungsvolle Aufgabe gesucht.
Notfallseelsorger sind am Unfallort wichtige Helfer. In Krefeld werden acht weitere Ehrenamtler für die verantwortungsvolle Aufgabe gesucht.

Notfallseelsorger sind am Unfallort wichtige Helfer. In Krefeld werden acht weitere Ehrenamtler für die verantwortungsvolle Aufgabe gesucht.

dpa

Notfallseelsorger sind am Unfallort wichtige Helfer. In Krefeld werden acht weitere Ehrenamtler für die verantwortungsvolle Aufgabe gesucht.

Krefeld. Häuslicher Tod, Unfälle mit Todesfolge, Gewaltdelikte, Suizid und andere Katastrophen rufen Seelsorger auf den Plan. „Ein typischer Fall war kürzlich der bei einem Autounfall tödlich verletzte Junge am Westwall“, berichtet Pfarrer Martin Schumann, evangelischer Koordinator der Notfallseelsorge in Krefeld. „Hierfür waren gleich zwei Seelsorger an der Unfallstelle im Einsatz, weitere wurden in Bereitschaft versetzt, unter anderem für die spätere Zeugenbetreuung auf der Polizeiwache“, berichtet Schumann. Er selbst habe den Fahrer betreut.

Es geht erstmal nicht um Therapie, sondern um Stabilität

„Ein Mensch wird aus einer Beziehung herausgerissen, ein Vater wird Witwer, ein Sohn Waise“, verdeutlicht Gemeindereferent Andreas Bodenbenner, katholischer Koordinator der Notfallseelsorge Viersen. „Menschen stürzen ins Sinn- und Beziehungschaos, sind hilflos und suchen Orientierung“, sagt er. In solchen Situationen gelte es, professionellen Beistand zu leisten. „Unser Einsatz ist vergleichbar mit dem eines Notarztes bei der Erstversorgung“, ergänzt Schumann. „Wir machen keine Therapie, sondern wollen Stabilität geben.“ Die weitere Betreuung übernehmen dann andere psychologische Dienste.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Notfallseelsorge Viersen 121 Einsätze, die in Krefeld 78. In Krefeld und Viersen erfolgt sie in gemeinsamer Trägerschaft des evangelischen Kirchenkreises und der beiden katholischen Regionen. Als hauptberufliche Seelsorger arbeiten Pfarrer, Diakone sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten. Ehrenamtlich sind Kräfte aus medizinischen, pädagogischen, psychologischen und pastoralen Berufen tätig. Für die Notfallseelsorge Viersen arbeiten aktuell 49 Frauen und Männer, davon 18 ehrenamtlich, für die in Krefeld 36, davon 15 im Ehrenamt.

Kurzfristig suchen die Notfallseelsorgen in Krefeld und Viersen je acht ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie erhalten eine umfassende kostenlose Fachausbildung und praktische Einweisung

Zur Vorbereitung auf das Ehrenamt gibt es insgesamt 129 Unterrichtsstunden und 36 praktische Stunden in Form von Polizei- und Rettungsdiensteinsätzen. Voraussetzungen für die Helfer sind eine gefestigte Persönlichkeit und die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche.

Üblich sind 14 Tage Einsatz pro Jahr, frei wählbar als 24-Stunden-Dienst. Meldungen bis zum 13. Februar

Wer Interesse hat, meldet sich bei Martin Schumann, mobil 0170/8960369, oder per Mail: nfskrefeld@gmail.com

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