Sprachkünstler Markus Orths erhält in diesem Jahr den mit 10 000 Euro dotierten Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld. .

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Seine Figuren sind Suchende: Schriftsteller Markus Orths.

Seine Figuren sind Suchende: Schriftsteller Markus Orths.

privat

Seine Figuren sind Suchende: Schriftsteller Markus Orths.

Krefeld. Der Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld geht in diesem Jahr an Markus Orths. Der 1969 in Viersen geborene Autor gehört zu den fleißigen Schriftstellern seiner Generation. Seit seinem Erzähldebüt "Wer geht wo hinterm Sarg?" im Jahr 2001 hat er sechs Bücher veröffentlicht, darunter vier Romane. In diesem Monat ist sein siebtes Buch mit dem Titel "Hirngespinste" erscheinen.

Der Preis ist seit diesem Jahr mit 10 000 Euro dotiert. Oberbürgermeister Gregor Kathstede wird Orths den Preis am 13.Dezember in der Krefelder Mediothek überreichen.

Überzeugt hat die Jury die beeindruckende Vielfalt der Sujets in seinem literarischen Schaffen. Orths erzählt in "Catalina" das Leben eines spanischen Mädchens im 17. Jahrhundert, das entgegen allen Maßstäben seiner Zeit als Mann lebt, flucht, tötet und alle Welt täuscht. Im Roman "Corpus" erfüllt ein junger homosexueller Mann die an ihn gestellten Erwartungen, wird Priester und erfährt die zerstörerische Kraft der Zwänge und Normen. In seinem bekanntesten Buch lässt Orths die Leser in die Abgründe eines deutschen "Lehrerzimmers" schauen.

Seine Figuren sind Suchende, sie möchten herausfinden, wer sie "wirklich" sind und was sie wollen. Orths stellt Geschlechtszugehörigkeit, Rolle und Identität auf den Prüfstand und nutzt virtuos das Spektrum literarischer Formen von der Satire über die Kurzgeschichte, vom novellenartigen Roman bis zum umfangreichen Historienroman. Überzeugt hat die Jury auch die erzählerische Brillanz seiner Werke: Ob komisch-grotesk, subtil-einfühlsam oder sachlich-berichtend, Orths ist ein ein Sprachkünstler. Red

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