Und es geht doch. Wenn man denn will und dranbleibt. Das macht Matthias Melcher mit seinem wunderbaren Dujardin-Projekt vor, wo neben Künstlerateliers, Außengastronomie und Museum nun auch Lofts, großzügige Büroräume und eine Innengastronomie entstehen sollen. Einziger Wermutstropfen: Die Uerdinger Vereine werden sich nicht über eine Veranstaltungshalle freuen können. Der Schallschutz bereitet Probleme.

Vor knapp zwei Jahren steckte das Vorhaben eher noch in den Kinderschuhen. Jetzt hat Melcher Bauanträge, die sich über sage und schreibe 21Aktenordner erstrecken, an die Stadt übergeben können. Es ist nun also an Verwaltung und Politik, dass damit möglichst bald der erste Mosaikstein einer neuen Rheinfront entstehen kann.

Weniger schnell geht es mit dem Rheinblick-Projekt selbst voran, das die Grundstücke zwischen Erlenwein und Holtz und Willemsen umfasst. So liegt der Architekten-Wettbewerb immerhin schon rund sieben Jahre zurück.

Nun hatten die Eigentümer hier auch mit größeren Problemen zu kämpfen. Musste das Areal doch erst aus der Hafenordnung befreit, die Frage des beantragten Bayer-Tankschiffanlegers geklärt werden. Man fühlte sich im Laufe der Jahre jedoch auch von der Stadt alleine gelassen, von Verzögerungstaktiken war die Rede.

Mittlerweile ist auch in den Rheinblick Bewegung gekommen. Hochtief hat als Investor Interesse bekundet. Allerdings könnten noch einmal einige der alten, atmosphärischen Gebäude fallen wie etwa weitere Lagerhallen auf dem Speditionsgelände.

Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht erste Anzeichen einer gesichts- und geschichtslosen Neu-Bebauung sind, wie sie allzu häufig in Krefeld zum Zuge kommt. Dass auch alte Gemäuer durchaus mit neuem Leben gefüllt werden können, macht schließlich Melcher vor. Man muss eben nur wollen.

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