Der Wunsch vieler älterer Krefelder ist es, Zuhause statt im Seniorenheim versorgt zu werden.

Das Personal für die Pflege kommt direkt aus den Stadtteilen.
Das Personal für die Pflege kommt direkt aus den Stadtteilen.

Das Personal für die Pflege kommt direkt aus den Stadtteilen.

dpa

Das Personal für die Pflege kommt direkt aus den Stadtteilen.

Krefeld. „Menschliche Art der Pflegeversicherung, vielfältiges Angebot, Grenzen aufgerissen, Leuchtturmprojekt“ – so viel Lob quer durch alle Parteien und Organisationen gibt es im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren selten für ein neues Konzept. Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime Krefeld, hatte darin jetzt sein Konzept für pflege- und hilfsbedürftige Senioren vorgestellt. Er reklamiert eine Alleinstellung Krefelds in NRW: „Wir haben uns 2014 vom getrennten System der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung verabschiedet, bieten jetzt auf den Einzelnen abgestimmte Leistungen an.“

Das Prinzip: Schmidt stellt mit vielfältigen Angeboten die Menschen in den Quartieren in den Mittelpunkt des Handelns, gleich, ob Unterstützung beim Rasenmähen, zum Einkaufen oder pflegerische Tätigkeiten benötigt werden. Das Angebot reicht bis zu palliativen Leistungen zuhause.

Pflegebedürftige können zurück in ihre Wohnungen

Wichtiger Bestandteil des Konzeptes sei es, dass Pflegebedürftige mit der entsprechenden Hilfe auch wieder aus dem Seniorenheim zurück in ihre Wohnungen ziehen können. Bisher habe ja gegolten: „Ist man erst einmal in den Fängen des Systems, kommt man lebend nicht mehr heraus.“ Statt dieser Einbahnstraße könnten die 125 Kunden ein weitgehend selbstbestimmtes und selbstständiges Leben auch dort führen, wo sie zuhause sind.

Das bedeutet für den Alltag, dass keine Pflegedienstautos durch die ganze Stadt unterwegs sind, sondern das Personal aus den Stadtteilen kommt und zu Fuß oder per Fahrrad bei den Hilfsbedürftigen ist. Motto: Ein Team bietet alle Leistungen – stationär wie ambulant. In vier Quartieren sei das bis heute verwirklicht – rund um die Seniorenheime in Linn, Oppum, Hüls und Kempener Feld mit ihrem traditionellen Angebot. Im Fischers-Meyser-Stift in Hüls habe man zudem eine Tagespflege eröffnet. Die Koordination der Leistungen erfolgt durch speziell ausgebildete Fallmanager in individueller Beratung. Zudem habe man ein Netzwerk aufgebaut, kooperiere mit Ärzten und anderen Dienstleistern.

Als Einstieg in die spätere Pflege werden laut Schmidt oft niederschwellige Leistungen gebucht, wie Reinigung, Einkauf oder auch gesellschaftliche Betreuung. Kostengünstiger sei das neue Regelversorgungskonzept außerdem für Pflegekassen und Kunden. Mitarbeitern bietet es außerdem die Möglichkeit eines Zuverdienstes oder in Vollzeitanstellungen zu gelangen.

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