Die Stadt will jetzt die Grundstücke über ein Bieterverfahren verkaufen.

Planung
Die Fläche der ehemaligen Bahnpost an der Kölner Straße hinter dem Hauptbahnhof ist seit Jahren ein Schandfleck. Archiv

Die Fläche der ehemaligen Bahnpost an der Kölner Straße hinter dem Hauptbahnhof ist seit Jahren ein Schandfleck. Archiv

Jochmann

Die Fläche der ehemaligen Bahnpost an der Kölner Straße hinter dem Hauptbahnhof ist seit Jahren ein Schandfleck. Archiv

Krefeld. Mehr als 30 Jahre schon wird hier geplant und überlegt. Die ausgeschriebenen Wettbewerbe für das Grundstück rechts und links vom Südausgang des Hauptbahnhofs zwischen Bahndamm und Ritterstraße, Kölner Straße und Brotfabrik füllen bereits Bände. Die Grundstücksflächen von über 20 000 Quadratmetern sollen jetzt erneut veräußert werden.

Die Stadt Krefeld will das Grundstück über ein Bieterverfahren verkaufen. Dabei geht es bei der „Entwicklungsfläche Süd II“ um eine unverbindliche Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebotes. Im Gegensatz zum Verkauf über einen Quadratmeter-Festpreis ist die Stadt Krefeld weder gebunden noch verpflichtet, dem höchsten oder irgendeinem Gebot den Zuschlag zu erteilen. Die Angebote müssen bis 31. Juli bei der Stadt eingegangen sein.

Einen „wilden“ Parkplatz lehnt die Stadt ab

Drei Mal wurde es sogar konkret: mit einem Ärztehaus, später einem Medizin- und Gesundheitszentrum und danach mit dem Plan, eine Arena (den heutigen König-Palast) südlich des Bahnhofs zu bauen. Letzteres Gebäude hätte der Bürgerverein zur Belebung des Südbezirks gerne gesehen. Doch alle Ideen sind letztlich geplatzt.

Geschützt von rotweißen Pollern entwickelt sich gleich hinterm Bahndamm an der Kölner Straße seit Jahren ein Biotop. Die Caritas hat längst Abstand genommen von dem Grundstück, das vor Jahren noch für ein Möbellager in Frage gekommen wäre. Zeitweise wurden die Flächen an der Kölner Straße als „wilder“ Parkplatz genutzt. Dem schob die Stadt aber mittels der Poller einen Riegel vor. Vorstöße der Bezirksvertretung Süd, den Platz vor dem Hintergrund der Parkplatznot im Viertel zu legalisieren, waren bisher vergeblich.

Ein paar Steinwürfe weiter wächst immer mehr Gras auf dem 1,3 Hektar großen Grundstück zwischen Willy-Brandt-Platz und der alten Brotfabrik Im Brahm. Im August 2007 präsentierte die Bonner Terrana Bauprojekt Pläne für ein 15 Millionen Euro teures Arkadenhaus mit Rewe- und Penny-Markt im Erdgeschoss sowie Büroflächen in drei Obergeschossen. Damals legte die Terrana auch ein Rahmenkonzept für den Westbereich unter Berücksichtigung der verkehrlichen Ansprüche vor.

Mit dem Handlungskonzept hat sich der Südbezirk entwickelt

Das Projekt scheiterte aber letztlich an mangelnder Nachfrage nach Büroraum und daran, dass mit dem Edeka-Supermarkt am Fütingsweg 69 die Konkurrenz für Penny und Rewe nur 500 Meter entfernt Stellung bezogen hatte.

Im Gegensatz zum engeren Bahnhofsumfeld hat der einstige Schmuddelbezirk im Süden mit dem Handlungskonzept Süd sein Image verändert. Projekte wie Heeder 2, der Platz der Wiedervereinigung, der Südbahnhof an der Saumstraße, der Ausbau der Gladbacher Straße, die Rettung der Regenbogenschule, der neue Lutherplatz, das Helios-Klinikum, die Sanierung von zwei Spielplätzen, die Neupflanzung von über hundert Bäumen sind zählbare Erfolge für den Südbezirk. Der Platz der Wiedervereinigung wurde 1993 fertig gestellt, die Ritterstraße 1999 und die Fabrik Heeder 2006. An der Ritterstraße entstand ein Kindergarten und dahinter an der östlichen Virchowstraße ein Spielplatz.

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