Die Verwaltung informiert über den Schutz der Bevölkerung im Katastrophenfall. Jod-Tabletten fehlen bislang.

Die Verwaltung informiert über den Schutz der Bevölkerung im Katastrophenfall. Jod-Tabletten fehlen bislang.
Die App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt standortbezogen vor Gefahren durch Unwetter oder andere Ereignisse.

Die App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt standortbezogen vor Gefahren durch Unwetter oder andere Ereignisse.

dpa

Die App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt standortbezogen vor Gefahren durch Unwetter oder andere Ereignisse.

Krefeld. Während dem Ausschuss für Sicherheit der Stand des Katastrophenschutzes vorgelegt wird, muss im rund 150 Kilometer entfernten Tihange in Belgien erneut einer der drei Atomreaktoren nach einer Panne stillgelegt werden. Bei einer akuten Gefahrenlage, nicht nur im Fall eines Atomunfalls, warnt künftig die neue App Nina lokal oder landesweit.

Welche weiteren Maßnahmen im Falle einer Großgefahr getroffen werden, geht aus einer Vorlage der Verwaltung an den Ausschuss hervor. Allerdings sagt diese auch, dass Krefeld nicht zu den „engeren Planungsgebieten im Umkreis eines Kernkraftwerkes“ gehört. Das betrifft lediglich einen Radius im Umkreis von 100 Kilometern um ein AKW.

Zustand der über 40 Jahre alten „Riss-Reaktoren“

Fragen nach dem Stand des Katastrophenschutzes hatte für die Piraten-Partei Christoph Kellers mit Blick auf die beiden belgischen AKW an die Verwaltung gestellt. Hintergrund seiner Fragen waren der Zustand der über 40 Jahre alten „Riss-Reaktoren“ in Tihange und Doel in Belgien.

Der Ausschuss nahm den Bericht der Verwaltung ohne weitere Diskussion zur Kenntnis. „Wir sind derzeit dabei, das System Nina zu installieren“, sagt Kai Günther, Sprecher und Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr bei der Berufsfeuerwehr Krefeld.

Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) für Smartphones oder Tablets ergänzt die bisherigen Warnsysteme wie den Sirenenalarm, das Info-Telefon 19700 („Zentrale Bürgerionformation“), Internet, Lautsprecherdurchsagen der Polizei und Durchsagen im Lokalfunk auf Welle Niederrhein. Wie Günther mitteilt, ist die App in einigen Wochen einsatzbereit.

Über Nina kann die Stadt Krefeld auch Warnmeldungen für lokale Gefahrenlagen herausgeben. Nina wird künftig die Krefelder Smartphone-Besitzer über eine so genannte Push-Funktion auf neue Warnungen hinweisen. Der Bürger kann die Warn-App für die Betriebssysteme IOS (ab Version 8.0) und Android ab Version 4 nutzen. Die App ist kostenfrei erhältlich über iTunes und den Google play Store. Die Meldungen werden für einen von den Behörden vorgegebenen Bereich aktiviert, für den sie ausgesprochen wurden. Das können Stadtteile, aber auch das ganze Bundesland sein.

Voraussetzung ist eine aktive Datenverbindung

Über den Menüpunkt „Einstellungen“ kann das Smartphone die Push-Benachrichtigung aktivieren, einen bestimmten Warnton auswählen und die Benachrichtigung für einen bestimmten Standort aktivieren. Voraussetzung ist eine aktive Datenverbindung, beispielsweise ein WLAN-Netz. Auch über Kaliumiodidtabletten oder eventuell nötige Evakuierungen wird Nina informieren. Allerdings verfügt Krefeld derzeit über keine Jod-Tabletten, die im Fall einer Nuklearkatastrophe vor allem Schwangere und Jugendliche unter 18 Jahren mit der Herstellung einer Jodblockade schützen sollen. Einer Rahmenempfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) zufolge sollten nach Fukushima 2011 Vorräte an Jod-Tabletten angelegt werden. Wann das in Krefeld umgesetzt wird, geht aus der Vorlage nicht hervor. Es sei aber geplant, und die Tabletten würden künftig bei der Berufsfeuerwehr eingelagert.

Konkrete Evakuierungsplane in Krefeld bei einem Atomunfall gibt es zur Zeit ebenfalls nicht. Eine Rahmenempfehlung des NRW-Innenministeriums dazu werde erstellt.

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