Der Bau wenige Meter hinter der Uerdinger Ortsgrenze ist enorm gewachsen. Die Einrichtung wird g den Namen Niederrhein-Therapiezentrum tragen.

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Die forensische Klinik in Hohenbudberg, direkt an der Uerdinger Ortsgrenze, ist in den vergangenen Monaten enorm in die Höhe geschossen.

Die forensische Klinik in Hohenbudberg, direkt an der Uerdinger Ortsgrenze, ist in den vergangenen Monaten enorm in die Höhe geschossen.

Der 5,50 Meter hohe Makrolon-Zaun umgibt das Klinik-Gelände und ist durchbruchsicher.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

Die forensische Klinik in Hohenbudberg, direkt an der Uerdinger Ortsgrenze, ist in den vergangenen Monaten enorm in die Höhe geschossen.

Krefeld. Der Makrolon-Zaun ist 5,50 Meter hoch, mit Stahl verstärkt und in der Erde durch Beton gegen Durchgraben gesichert. Er ist so sicher, dass er noch nicht einmal von einem Auto durchbrochen werden kann. Durchkommen unmöglich also. Durchschauen schon. Das ist Konzept im Niederrhein-Therapiezentrum Duisburg.

Denn die forensische Klinik unmittelbar an der Uerdinger Ortsgrenze soll keinen Gefängnis-Charakter haben - deshalb also die durchsichtigen Platten aus Polycarbonat, wie es im wenige Meter entfernten Chemiepark Uerdingen hergestellt wird. Die Gebäude sind auf dem 42000 Quadratmeter großen Gelände in Hohenbudberg in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. Rund 1000 Handwerker sind täglich mit dem Ausbau beschäftigt. Im Sommer soll die umstrittene Klinik, gegen deren Bau ein Bürgerentscheid mangels ausreichender Stimmenzahl gescheitert war, fertiggebaut sein.

So gut man durch den Zaun schauen kann, so wenige Möglichkeiten werden die künftig 100 Patienten haben, auf diese Seite gelangen zu können. Das gleiche Modell aus Makrolon ist an der Forensik in Bedburg-Haus gebaut worden, und dort hat sich ein Spezialeinsatzkommando der Polizei die Zähne daran ausgebissen, ihn zu überwinden.

In den Räumen sind keine Verstecke zu finden

In dem 27 Millionen Euro teuren Bau, gegen den sich vor allem die Bewohner der nahen Eisenbahner-Siedlung zur Wehr setzen, steht die Sicherheit ohnehin an erster Stelle. Die künftigen Betreiber - von Bodelschwingsche Anstalten Bethel und Evangelisches Johanneswerk - werden nicht müde, dies zu betonen. So sind die 14 Quadratmeter großen Einzelzimmer so ausgebaut, dass sie keine Verstecke bieten. Überall werden Sicherheitsschrauben verwendet, die man mit normalem Werkzeug nicht öffnen kann.

Von außen kann man sich bereits einen guten Eindruck verschaffen, wie die Klinik fertig gebaut aussehen wird. Die Gebäude sind weiß gestrichen und haben Akzentflächen erhalten, die in warmen Farbtönen gehalten sind. "Um durch die Farben eine ruhige Stimmung zu schaffen, haben wir extra einen Farbberater zu Rate gezogen", sagt Bernd Schwientek, Architekt beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb Duisburg.

Betreiber der Klinik sind die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel und das Evangelische Johanneswerk. Sie haben die Niederrhein-Therapienzentrum Duisburg gGmbH gegründet.

Das Leitungsteam des Therapie-Zentrums ist mittlerweile komplettiert. Dr. Bernhard Wittmann, Facharzt für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin, wird ärztlicher Geschäftsführer. Er leitete bisher ein Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie in Marsberg. Bereits seit 2002 ist der 56-Jährige Berater in Duisburg. Kaufmännische Geschäftsführerin ist Andrea Piccenini, die Leitung des Pflege- und Pädagogischen Dienstes übernimmt Lettie Theunissen-Schuiten.

In der Klinik werden ab Sommer 100 Behandlungsplätze für suchtkranke Straftäter zur Verfügung stehen. Zurzeit werden rund 180 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit gesucht.

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