Krefelder haben tierschonende Variante entwickelt.

Naturschutz
Neue Lebendfallen sollen die Nutria-Ausbreitung bremsen.

Neue Lebendfallen sollen die Nutria-Ausbreitung bremsen.

Archiv

Neue Lebendfallen sollen die Nutria-Ausbreitung bremsen.

Krefeld. Im halboffenen Mies-Modell auf dem Egelsberg – also praktisch in freier Natur – stellte der Landschaftsbeirat gestern die Weichen für eine effektivere Nutria-Bekämpfung in Krefeld. Längst haben sich die bis zu einem Meter langen und zehn Kilo schweren Nager am Niederrhein breit gemacht und fressen die Wasserpflanzen weg – in Krefeld vornehmlich am Flöthbach.

Die eigentlich aus Südamerika stammende, vor allem in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in ostdeutschen Pelzfarmen gezüchtete Art, ist entweder freigelassen worden oder ausgebüchst. Die Tiere sind vorsichtig: Nur 98 Exemplare konnten im vergangenen Jahr in Krefeld geschossen worden, berichtete Beiratsmitglied Paul Nothers, bis März selbst Pächter eines von Nutrias heimgesuchten Jagdreviers. Im Kreis Kleve sind im selben Zeitraum 2500 Nutrias erlegt worden.

Der Hülser Landwirt Thomas Vennekel und der Landmaschinenkonstrukteur Georg Achten haben eine neue tierschonende Fallentechnik entwickelt, die nach einstimmigem Beschluss nun eingesetzt werden kann. Die Tiere werden in eine fünf Meter lange Betonröhre, Durchmesser 30 Zentimeter, gelockt.

Das Lockmittel, ein leckeres Früchtchen, liegt in der Mitte der Röhre auf einer Wippe, die einen Schieber auslöst, der den Rückweg versperrt. Ist der Nutria gefangen, empfängt der Jäger ein Signal auf seinem Handy. Vorteil dieser Technik: Andere Tiere, die in die Falle gegangen sind – etwa Igel – werden freigelassen. Dem Nutria, der schon mal Jagdhunden die Ohren durchbeißt, droht der Tod durch Erschießen. Die Stadt Krefeld zahlt übrigens eine Schwanzprämie von fünf Euro. al

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer