Die Architekten Ludwig und Jörg Thorissen haben für die Werkkunstschule ein innovatives Konzept erarbeitet.

Der rote Balken in dem Model zeigt einen möglichen Zugang zum Hof der WKS vom Ostwall, Höhe Haus-Nr. 132/134 .
Der rote Balken in dem Model zeigt einen möglichen Zugang zum Hof der WKS vom Ostwall, Höhe Haus-Nr. 132/134 .

Der rote Balken in dem Model zeigt einen möglichen Zugang zum Hof der WKS vom Ostwall, Höhe Haus-Nr. 132/134 .

Dirk Jochmann

Der rote Balken in dem Model zeigt einen möglichen Zugang zum Hof der WKS vom Ostwall, Höhe Haus-Nr. 132/134 .

Krefeld. Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. Dieses Zitat von Goethe hatten die Grundstückseigentümer Konrad Steinert und Klaus Ossmann wohl im Sinn, als die Schweizer Investmentgesellschaft Luximo die Idee einer Passage auf dem angrenzenden Gelände der früheren Werkkunstschule (WKS) nach Jahren des Stillstands aufgegeben hat. Sie beauftragten die Krefelder Architekten Ludwig und Jörg Thorissen, eine weitreichendere städtebauliche Idee für das gesamte Karree zu entwickeln. Das umfassende Konzept liegt nun vor.

Nur drei Eigentümern gehört fast der gesamte Block

„Die große Chance besteht darin, dass fast der gesamte Block zwischen Ostwall, Markt-, Peters- und Neue Linner Straße nur drei Eigentümern gehört, wenn die Stadt die WKS zurückkaufen würde“, sagt Ludwig Thorrissen. Die von ihm und seinem Sohn Jörg entwickelte Idee sieht eine Erschließung des Innenhofes vor, der als einladender kleiner Platz und Verbindungsweg zwischen Ostwall und Behnisch-Haus dienen könnte und Raum böte für einen neuen Baukörper.

Die beiden Steinert-Häuser am Ostwall (früher Lederwaren Bayen) sollen nach diesen Plänen aufgestockt und bis in das erste Obergeschoss geöffnet werden. Die eingeschossigen Hinterhofgebäude würden abgerissen. „Dadurch entsteht eine neue Ladenfläche von insgesamt rund 1100 Quadratmetern“, rechnet Ludwig Thorissen vor. Zum jetzigen Innenhof ist eine große Glasfront angedacht, die einerseits Licht in die Geschäfte holt und anderseits mit dem Ausblick auf den kleinen Platz die Passanten zum Entdecken einlädt.

Die beiden Architekten möchten die Besucher Krefelds mit Einblicken überraschen und sie einladen, die Innenstadt zu erkunden – vor allem auch die Nebenstraßen. Als Beispiel einer attraktiven Umgestaltung nennen sie die Angerhausenstraße, die in den vergangenen zehn Jahren ihren ganz eigenen Charme entwickelt hat.

Auf einer Karte in ihrem Büro an der Gutenbergstraße ist um den inneren Kern Krefelds, innerhalb der vier Wälle, ein dicker roter Kreis gezogen. „Eine Passage allein ist heutzutage kein Anziehungspunkt mehr“, betonen Jörg und Ludwig Thorissen. Ohne den südlichen Teil mit Hoch- und Neusser Straße auszublenden, konzentrieren sie sich auf den alten historischen Kern.

1904 als „Handwerker- und Kunstgewerbeschule zu Crefeld“ gründet. 1949 umbenannt in „Werkkunstschule Krefeld“, 1961 Anbau von Hörsaal, Ausstellungsflächen und Unterrichtsräumen mit Hilfe einer Stahlbeton-Skelett-Konstruktion. 2006 hatte die Stadt das Gebäude an Luximo verkauft. Dort war zuletzt der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein untergebracht.

Für Ludwig Thorissen ist eine Nutzung des Gebäudes für Geschäftsräume und Praxen ebenso wie für die Hochschule mit den Fachbereichen Kunst und Design denkbar.

In dem Ankauf der WKS durch die Stadt sehen die beiden BDA-Architekten eine große Chance für die Entwicklung und Stärkung der City.

Ludwig und Jörg Thorissen setzen dazu neben den gerade verlaufenden Einkaufsstraßen wie Hoch- und Königstraße auf ein Geflecht von sich querenden attraktiven Sträßchen, die zum Bummeln geradezu einladen könnten.

ECE & Co. kehren geschlossenen Centern verstärkt den Rücken

Die Abkehr großer Projektentwickler von geschlossenen Einkaufszentren kommt ihnen zupass. Statt eine lebendige Innenstadt mit zahlreichen Geschäften künstlich nachzubauen, arbeiten die beiden Planer lieber am Original.

Dazu wollen sie beispielsweise alte Wegerechte nutzen und einen Durchgang von der nördlichen Seite der WKS zu der bereits jetzt bestehenden Durchfahrt an der Petersstraße schaffen. Doch auch eine Weiterführung der Fußgänger an die Marktstraße ist denkbar. Die vor kurzem erst in Parkraum umgewidmete frühere 8-Passage könnte ohne viel Aufhebens wieder für einen Markt oder neue Geschäfte geöffnet werden.

Die Pläne sind inzwischen der Verwaltung und der Politik vorgestellt worden. „Und auf Interesse gestoßen“, erklärt Ludwig Thorissen. Was jetzt noch fehlt, ist die Entscheidung der Wohnstätte als Stadttochter, die alte WKS zurückzukaufen. „Sobald das geschehen ist, können wir anfangen.“ Sorge, dass ihnen neue Steine in den Weg gelegt werden, haben sie bei dieser für alle vielversprechenden Idee nicht.

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