Die NPD hat ein Weinfest für eine bundesweite „Schutzzonen“-Kampagne instrumentalisiert. Die Partei wolle auch in Zukunft Orte in Krefeld bestreifen. Eine Frau kocht vor Wut.

NPD Fahne
Eine Fahne mit dem Logo der rechtsextremen Partei NPD.

Eine Fahne mit dem Logo der rechtsextremen Partei NPD.

Fredrik von Erichsen

Eine Fahne mit dem Logo der rechtsextremen Partei NPD.

Gabriele Leigraf ist mächtig sauer: „Diese Feiglinge haben sich nicht einmal bis zum Fest vorgewagt, sondern nur so getan. Solche Hanseln, die nicht den Mut besitzen, ihre Gesichter zu zeigen, sollen ruhig kommen. Dann rufe ich die Polizei.“ Grad hat die Mit-Veranstalterin von der WZ erfahren, dass sich NPD-Aktivisten angeblich angeregt mit Besuchern des Weinfestes unterhalten und für sogenannte Schutzzonen geworben haben. „Nach dem Rechten gesehen“, wie die NPD es nennt.

Fakt ist: Drei Männer sind mit Motto-Shirts auf der NPD-Facebook-Seite von hinten zu sehen, wie sie auf das Weinfest zumarschieren. Dort angekommen sind sie offenbar nicht. Weitere Fotos zeigen dieselben Männer von hinten, wie sie einsam über den Theaterplatz streifen, Aufkleber an Laternen pappen. Flankiert wird die Aktion von einer Pressemitteilung des NPD-Kreisverbandes Krefeld/Kleve. In der kündigt die NPD an, künftig regelmäßig auch in Krefeld „neuralgische Punkte zu bestreifen“. Man wolle Räume schaffen, „die – zeitlich begrenzt oder langfristig - Schutz vor Gewalt, Bedrohung und Verfolgung bieten“.

In der Leitstelle der Polizei reagieren sie kurzfristig auf die Aktion und schicken Beamte zum Weinfest, die explizit schauen sollen, ob sie die Nazis antreffen. Denn die einheitlichen T-Shirts haben was von einer Uniform.

Angetroffen wird kein NPD’ler, weder auf dem Fest noch in der City selbst. Gabriele Leigraf ärgert sich darüber, als Trittbrett für Propaganda missbraucht worden zu sein. „Feiglinge oder nicht, ich werde morgen mit einem Anwalt Kontakt aufnehmen und herausfinden, ob ich rechtlich dagegen vorgehen kann. Das ist billige Propaganda.“

Es ist erst zwei Wochen her, dass Bochum ein ähnliches Phantom-Erlebnis hatte. Auch dort sollen Patrouillen der Rechtsextremen durch die Stadt gelaufen sein. Die Stadt Bochum schaltete den Staatsschutz ein, berichtet die WAZ.

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