Täter schlagen auch in Krefeld regelmäßig zu. 102 Diebstähle zählte die Polizei bislang für das Jahr 2015. Die Autoknacker sind oftmals Profis.

Täter schlagen auch in Krefeld regelmäßig zu. 102 Diebstähle zählte die Polizei bislang für das Jahr 2015. Die Autoknacker sind oftmals Profis.
Neben den fest eingebauten Navigationsgeräten sind die Täter auch auf den Diebstahl von Airbags aus. Archiv

Neben den fest eingebauten Navigationsgeräten sind die Täter auch auf den Diebstahl von Airbags aus. Archiv

Symbolbild Polizei

Neben den fest eingebauten Navigationsgeräten sind die Täter auch auf den Diebstahl von Airbags aus. Archiv

Krefeld. Wie die Krefelder Polizei am Donnerstag vermeldete, haben die Diebe von Navigationssystemen wieder zugeschlagen. In der Nacht zum 7. Oktober wurde die Fensterscheibe eines VW Up auf der Potsdamer Straße eingeschlagen. Die Täter entwendeten einen festeingebauten Bordcomputer mit Navigationsgerät. Die Tat ist schon lange kein Einzelfall mehr.

Ganz im Gegenteil, der Diebstahl von festeingebauten Navigationsgeräten und Airbags scheint ein immer lukrativeres Geschäft für die Täter zu sein. In Krefeld vermeldete die Polizei in 2015 bereits 102 Aufbrüche von Autos – meist der Mittel- und gehobenen Klasse – und die damit verbundene Entwendung von Navis, Airbags und Steuergeräten.

Täter agieren in Gruppen und schlagen nachts zu

Ziel der Diebe sind meist Fahrzeuge der Marken BMW, Audi, Mercedes und Volkswagen. Betroffen sind fast ausnahmslos Pkw, die auf öffentlichen Parkflächen abgestellt worden sind. Die Autoknacker schlagen immer nachts zu und gehen meist in einem ganzen Stadtgebiet auf Beutefang. „Die Täter agieren meist in Gruppen“, sagt Polizeisprecherin Melanie Paeßens.

So wurden beispielsweise im April an verschiedenen Abenden in Bockum, Traar, Fischeln und Hüls pro Nacht jeweils fünf Autos aufgebrochen – eine Anzahl, die nur im Team zu bewältigen ist. Den größten Aufbruchschaden erlitt ein Mercedes-Händler an der Magdeburger Straße. Am letzten Juli-Wochenende begaben sich die Täter auf das Gelände der Mercedes-Niederlassung und brachen 14 Autos auf. Die Beute dieses Mal: Airbags.

Der Schaden für den Fahrzeughalter ist auch vom Aufbruch abhängig

Neben den Navigationsgeräten können diese ebenso leicht von den Tätern ausgebaut und weiterverkauft werden. Zurück bleibt der Fahrzeughalter und mit ihm ein nicht unerheblicher Schaden, wie Ernst Kreuels erklärt. „Bei den fest eingebauten Navigationsgeräten kann man im Schnitt von Kosten um die 2000 Euro ausgehen, bei den Airbags dürften es rund 800 Euro sein“, so der stellvertretende Niederlassungsleiter der Dekra in Krefeld.

Garage: Der beste Schutz, sich vor Pkw-Aufbrüchen zu schützen, ist das Einstellen der Fahrzeuge in eine Garage.

Alarmanlage: Können helfen, müssen aber nicht, da die Täter oft so gut vorbereitet sind, dass sie wissen, auch diese zu umgehen.

Funkfernbedienung: Nach Abschließen des Fahrzeugs quittiert oft ein akustisches Signal, dass das Auto verschlossen ist. Ertönt das Signal nicht, könnten Funkblocker die Fernbedienung stören und das Abschließen verhindern.

Bedienteile: Das Abnehmen von Bedienteilen am eingebauten Navigationsgerät kann den Ausbau erschweren. Zusätzlichen Schutz kann eine Erweiterung des Lenkradschlosses bieten.

Weitere Informationen der Polizei gibt es im Internet unter: www.polizei-beratung.de

Ausschlaggebend sei jedoch, wie die Täter den Wagen aufbrechen. Die häufigsten beiden Methoden: Das Knacken des Türschlosses und das Einschlagen der Scheiben. „Hinzu kommt noch der Ausbau. Die meisten Täter sind jedoch Profis, die wissen, wie sie das Gerät am einfachsten rausbekommen“, erklärt Kreuels.

Ob mit oder ohne Werkzeug, der Ausbau weniger als einer Minute, lautet die Auskunft der Polizei, die – auf Weisung des Innenministeriums – keine konkreten Zahlen zu den Vorfällen in 2015 nennt. „Die Fallzahlen sind aber im Vergleich zu 2014 leicht rückläufig“, sagt Paeßens.

Beute wird auf dem Schwarzmarkt verkauft

Den Kriminellen kommt die Polizei trotzdem nicht auf die Schliche. Die Statistik für Krefeld besagt, dass die Täter in Wellen zuschlagen, oftmals aber Zeit zwischen den einzelnen Diebeszügen vergehen lassen und dazu oft den Stadtteil wechseln oder in andere Städte weiterziehen.

Doch was passiert mit den geklauten Navis und Airbags? Sie werden auf dem Schwarzmarkt verkauft, die Nachfrage muss immens sein. „Über das Internet sind die Vertriebswege riesig“, schätz Kreuels.

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