Angelika Lommes kritisiert die Stadt: Flüchtlinge können sich nicht heimisch fühlen.

Auf Plakaten machten die Unterstützer ihren Standpunkt klar: Sie fordern mehr Initiative der Stadt.
Auf Plakaten machten die Unterstützer ihren Standpunkt klar: Sie fordern mehr Initiative der Stadt.

Auf Plakaten machten die Unterstützer ihren Standpunkt klar: Sie fordern mehr Initiative der Stadt.

abi

Auf Plakaten machten die Unterstützer ihren Standpunkt klar: Sie fordern mehr Initiative der Stadt.

Krefeld. „Der Zugang zu den Flüchtlingen wird für die Unterstützer und Helfer extrem schwer“, stellt der katholische Arbeiterpfarrer Albert Koolen zum Auftakt einer kleinen Kundgebung vor dem Eingang zur Turnhalle an der Lindenstraße fest. Dort leben seit Oktober vergangen Jahres etwa 40 Asylsuchende aus verschiedenen Ländern. Damals wurde ihnen gesagt, dass sie nur mehrere Wochen im Massenquartier ohne jegliche Rückzugsmöglichkeit verbringen müssten. Es wurde ein halbes Jahr daraus.

Der Zugang zur Turnhalle wurde verweigert

Bisher wurden diese Menschen vom Roten Kreuz versorgt, die auch den Unterstützern aus dem Viertel den Zugang ermöglicht hatten. Ab dem 1. April aber übernimmt die Verwaltung der Stadt diese Aufgabe und hat rigorose Zugangsbeschränkungen erlassen. Auch der WZ, die sich gestern über die Situation der Insassen informieren wollte, wurde der Zugang verweigert.

Kurzfristig hatte der Unterstützerkreis zur Kundgebung am Montag aufgerufen. Vor diesem Hintergrund waren die hundert Teilnehmer, unter ihnen auch Bewohner der Turnhalle, ein deutliches Zeichen der Verbundenheit der Menschen im Viertel mit den Hilfesuchenden.

Angelika Lommes, Leiterin der benachbarten Kindertagesstätte der Bürgerinitiative Rund um St. Josef, trug wie ihre Kolleginnen ein Plakat, das eine bessere Willkommenskultur der Stadt einforderte. Sie selbst stellt in ihrer Kita den Flüchtlingen eine Waschmaschine zur Verfügung, damit diese ihre Wäsche waschen können. In der Turnhalle ist das nicht möglich. „Nur durch das große und dauerhafte Engagement der Nachbarschaft“, so die Sprecherin, konnte die extrem schwierige Lebens- und Wohnsituation für die oft traumatisierten jungen Menschen abgemildert werden.

Die Erzieherin kommt in einer kurzen Rede zur Feststellung, den Flüchtlingen solle „das Leben so unangenehm wie möglich gemacht werden. Vor allem sollen sie sich auf keinen Fall heimisch fühlen.“ Und sie fragt: „Ist das die Willkommenskultur der Krefelder Verwaltung?“

Unter großem Beifall fordert Angelika Lommes die Stadt auf, „diese Praxis unmittelbar zu beenden und den Menschen, die bereits unsägliches Leid erfahren mussten, hier in unserer Stadt, die einmal wegen ihrer Toleranz bekannt war, ein neues zu Hause zu geben.“

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