Die Firma Borchers räumt Probleme im neuen Abfuhrgebiet ein und stellt rasche Nachbesserung in Aussicht.

Gelbe Säcke
Inrather Straße, am Donnerstag gegen 14 Uhr: Noch hat die Firma Borchers den Verpackungsmüll nicht abgeholt.

Inrather Straße, am Donnerstag gegen 14 Uhr: Noch hat die Firma Borchers den Verpackungsmüll nicht abgeholt.

Dirk Jochmann

Inrather Straße, am Donnerstag gegen 14 Uhr: Noch hat die Firma Borchers den Verpackungsmüll nicht abgeholt.

Krefeld. WZ-Leser Wolfgang Johann Kruse lässt seinem Unmut freien Lauf: „Hunderte gelbe Säcke liegen hier im Bezirk. Man mag sich nicht vorstellen, was das für eine Sauerei gibt, wenn die Säcke platzen oder Randalierer sich ranmachen und der ganze Müll umherfliegt“, schreibt er der Redaktion in einer Mail.

Nicht nur Kruse ist verärgert. In Mails und Anrufen berichten mehrere Leser, dass die gelben Tonnen auch vor ihrer Haustür nicht entleert wurden, dass gelbe Säcke liegen geblieben sind.

Zuständig für die Abfuhr ist die Firma Borchers aus Borken. Sie hat die Aufgabe zum Jahreswechsel von dem Duo Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN)/Lankes übernommen. „Beim ersten Abfuhrzyklus zwischen dem 2. und 15. Januar sind Straßen übersehen worden“, räumt Geschäftsführer Bernhard Strotmeier ein. Betroffen sind demnach 18 von 1557 Straßen. Das sei für die Betroffenen sehr ärgerlich, „aber aus unserer Sicht im menschlichen Rahmen für unsere Mitarbeiter in einem neuen Abfuhrgebiet“.

Hunderte Anrufe bei der Borchers-Hotline

Bei der Borchers-Beschwerde-Nummer 0800/26 72 43 77 seien hunderte Anrufe eingegangen. Im Normalfall werde die Abfuhr durch Sonderschichten „umgehend nachgeholt“.

Dass dies nicht immer klappt, zeigen die Bezirke 3 und 4. So sollte der Müll an der Inrather Straße bereits am 13. Januar abgeholt werden. Bis Donnerstagnachmittag war das aber nicht der Fall. „Das ist extrem und darf nicht sein“, so Strotmeier. Er versprach, dass der Müll noch am Donnerstagabend abgeholt wird.

Die Borkener Firma Borchers leert die gelben Tonnen in Herne, Borken und seit 2014 auch in Krefeld. Im Rahmen einer Ausschreibung des Dualen Systems Deutschland (DSD) hatte das Unternehmen als günstigster Bieter den Zuschlag erhalten. Laufzeit des Vertrages: drei Jahre.

Borchers sammelt in Krefeld pro Jahr rund 4100 Tonnen Wertstoffabfälle: Verkaufsverpackungen aus Kunststoffen, Metall und Verbundstoffen wie etwa Milchverpackungen. Diese werden jeweils zur Hälfte zur EGN in Krefeld und zu einem Unternehmen nach Wesel gebracht. Dort erfolgt die Sortierung – diese Leistung wird nicht von Borchers erbracht.

Seinen Unmut über den Service von Borchers äußert WZ-Leser Herwig Ebeling: „Die neuen gelben Tonnen wurden nur teilweise ausgeliefert. Und wenn man es endlich schafft, da jemanden zu erreichen, bekommt man gesagt, dass das beim nächsten Mal mitgenommen wird. Soll der Müll jetzt 14 Tage liegen bleiben?“

Große Schwierigkeiten gab es am Mittwoch auch in der Stadtmitte (Bezirk 8). Wegen technischer Probleme seien zwei Müllwagen ausgefallen. Unzählige Säcke blieben liegen, Tonnen wurden nicht geleert. Laut Strotmeier seien dann am Donnerstag mehr Abfuhrfahrzeuge als üblich in dem Bezirk gewesen, um den Verpackungsmüll zu beseitigen.

Für Ärger sorgt bei vielen Krefeldern auch, dass der Wechsel von alten zu neuen Tonnen nicht klappt. „Unser Hauptproblem bei der Verteilung der gelben Tonne war das uns von dem Altentsorger übergebene Adressmaterial“, erläutert Strotmeier. Dort habe der Fehlerteufel „rudimentär zugeschlagen“. Die Nachverteilung der fehlenden Tonnen erfolgt laut dem Borchers-Chef planmäßig bis zum 29. Januar parallel zur regulären Abfuhr. Dabei soll dann auch der von vielen Haushalten gewünschte Tausch der Tonnengröße (120 statt 240 Liter oder umgekehrt) berücksichtigt werden.

Firmenchef findet Start „sehr zufriedenstellend“

Durch den Wechsel des Entsorgers müssen in Krefeld rund 34 000 gelbe Tonnen getauscht werden. „Derzeit gibt es noch rund 800 Problemfälle“, sagt Strotmeier. Er geht davon aus, dass diese Schwierigkeiten zum Ende des zweiten Abfuhrzyklus am 29. Januar beseitigt sind. Den Start in Krefeld bezeichnet er insgesamt als „sehr zufriedenstellend“.

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