Nach den Festtagen ist im Pfandhaus Schumachers viel zu tun. Die einen beleihen Geschenke, die anderen holen Schätze zurück.

Klaus Schumachers vor seinem Geschäft am Ostwall. Auch nach Weihnachten hat er viel zu tun.
Klaus Schumachers vor seinem Geschäft am Ostwall. Auch nach Weihnachten hat er viel zu tun.

Klaus Schumachers vor seinem Geschäft am Ostwall. Auch nach Weihnachten hat er viel zu tun.

Dirk Jochmann

Klaus Schumachers vor seinem Geschäft am Ostwall. Auch nach Weihnachten hat er viel zu tun.

Krefeld. Im Pfandhaus ist auch nach den Feiertagen Betrieb. Nun werden die Weihnachtsgeschenke dorthin getragen: „Mit Spielekonsolen, Mobiltelefonen und Tablets versetzen die Leute ihre Sachgeschenke“, berichtet Sven Schumachers, Juniorchef im gleichnamigen Haus am Ostwall. „Zurzeit laufen die Geschäfte ähnlich gut wie vor Weihnachten“, sagt er.

Ob einige Leute nach den Festtagen mehr Geld in Händen haben, vielleicht durch Bares unterm Tannenbaum, sei nicht so recht auszumachen. „Gegen Ende eines jeden Monats werden immer mehr Dinge wieder ausgelöst, als am Anfang.“

Das Bemühen, keine Schulden zu machen oder der Wunsch, schnell und unbürokratisch über Bargeld verfügen zu können, zwinge manche Mitmenschen zu dem Schritt. Sie tragen ihre Geschenke oder oftmals liebgewonnenen Schmuck in den Pfandkreditbetrieb, wie es heute heißt. Andere schätzen den Ankauf gebrauchter, beziehungsweise getragener Ringe oder Ketten.

Gute Nachricht: Rund 92 Prozent der Teile werden vor Ablauf der Frist wieder abgeholt. Das freut die entsprechenden Geschäftsleute, denn sie leben von den gesetzlich vorgeschriebenen Zinsen und Gebühren. Seit November brummt bei ihnen das Geschäft. „Wenn die Leute Weihnachtsgeld bekommen, geht es los“, berichtet Inhaber Klaus Schumachers. „Dann erfahren wir rund 30 Prozent mehr Auslösungen als Verpfändungen.“

Auf der anderen Seite werde leider nicht mehr so hochwertig gekauft, als vor Jahren, berichtet der Fachmann weiter. „Meistens ist Silberschmuck verlangt, Swarovski- und Pandora-Teile oder Labels wie DKNY oder Esprit.“ Komme ein Kunde mit Brillant- und Gold-Schmuck ins Haus, werde der Materialwert des Stücks berechnet und geschätzt, auch wie gut – oder schlecht – es verkäuflich ist. „Dies entspricht ziemlich genau einem Zeitwert von 50 bis 70 Prozent des Neuwertes, wie es auch der Juwelier bei einem gebrauchten Stück handhabt.“

Maximal vier Monate ist Zeit, um das Pfand zurückzukaufen

„Abgesehen von einem gültigen Ausweis gibt es keine Formalitäten, auch keine Prüfung der Bonität“, beschreibt Schumachers das Pfandkredit-Geschäft. In der Hauptsache gehe es um Kredit per Pfand. Der Vertrag wird über drei Monate geschlossen. „In dieser Zeit fallen für ein Pfanddarlehen Zinsen von einem Prozent pro Monat an. Dazu kommen monatliche Gebühren. Bei einem Schmuckstück von einem Wert von beispielsweise 100 Euro ist die Gebühr pro Monat 3,50 Euro.“ Würde es nach sechs Wochen wieder ausgelöst, fielen also sieben Euro zusätzlich an. „Der Vertrag kann immer verlängert werden, außerdem gibt es einen Monat Karenzzeit.“ Der Kunde habe also eigentlich vier Monate Zeit zum Rückkauf, erklärt der Fachmann weiter.

Schumachers: „Nach sechs bis acht Monaten versteigern wie die nicht ausgelösten oder verkauften Sachen. Erzielen wir dabei einen Überschuss, wird er an den Kunden ausgezahlt.“ Sei der Kunde nicht mehr erreichbar, gehe der Betrag ins Stadtsäckel.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer