Das Meisterteam der Dolphins reist mit 22 Sportlern nach Pyeongchang, um dort Cheerleading und Krefeld bekannt zu machen.

Das Meisterteam der Dolphins reist mit 22 Sportlern nach Pyeongchang, um dort Cheerleading und Krefeld bekannt zu machen.
22 auf einen Schlag: Die junge Mannschaft freut sich auf Südkorea – eine gute Möglichkeit, den Sport bekannter zu machen.

22 auf einen Schlag: Die junge Mannschaft freut sich auf Südkorea – eine gute Möglichkeit, den Sport bekannter zu machen.

Kai Kuczera

22 auf einen Schlag: Die junge Mannschaft freut sich auf Südkorea – eine gute Möglichkeit, den Sport bekannter zu machen.

Annika Grimm und Kai Neiderek sind zwei von 22 glücklichen Sportlern des Deutschen Cheerleading-Meisters Dolphins Coed, die am 18. Februar zu den Olympischen Winterspielen als Botschafter ins südkoreanische Pyeongchang reisen dürfen. Das gemischte Team aus jungen Männern und Frauen repräsentiert auf höchstem Schwierigkeitsgrad (Level 6) die Königklasse im Cheerleading und folgt der Einladung des Internationalen Olympischen Komitees IOC.

Der Hintergrund: Cheerleading steht als Wettkampfsport auf der Liste junger Sportarten mit der Chance, sich ab den Sommerspielen 2024 als neue olympische Disziplin zu etablieren.

„Das ist eine super Veranstaltung für uns und unseren Sport – speziell als mögliches Sprungbrett für die Teilnahme an den Sommerspielen 2024.

Kai Neiderek, Mitglied des Cheerleading-Teams

Die Wahl des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) überraschte die Verantwortlichen des SC Bayer 05 Uerdingen. Geschäftsführer Jörg Heydel ist begeistert: „Das macht unseren Verein mit seinen mehr als 6000 Mitgliedern sehr stolz und ist ein Ritterschlag für die sportlichen Leistungen des Teams mit Krefeld als Hauptstadt des Cheerleadings“, sagt er. Die Abteilung sei mit 336 Mitgliedern die größte unter deutschen Vereinen und inzwischen auch die stärkste Abteilung bei Bayer. Peter Quasten, Fachbereichsleiter Wettkampf- und Leistungssport beim SC Bayer, freut sich, dass das IOC das gemischte Team ausgewählt hat, weil Cheerleading schon lange keine reine Mädchensportart mehr sei, sondern an athletischem und akrobatischem Vermögen höchste Anforderungen an die Sportler stelle.

Die beiden 25-jährigen Studenten Annika Grimm (Innenarchitektur) und Kai Neiderek (Gesundheitsmanagement) fiebern der zehntägigen Reise entgegen. „Wir sind alle stolz und aufgeregt, uns als Deutscher Meister präsentieren zu dürfen“, sagt Grimm. „Eine super Veranstaltung für uns und unseren Sport – speziell als mögliches Sprungbrett für die Teilnahme an den Sommerspielen 2024“, ergänzt er. Neiderek hofft, vielleicht auch einige Olympiasieger kennenzulernen, zu denen er früher aufgeschaut hat. Einladungen ins Deutsche Haus oder sogar ins deutsche Fernsehstudio wären prima und könnten vor einem Millionenpublikum die Anerkennung ihres Sports stärken. Dass es sich um Höchstleistungen handelt, sei leider noch nicht ganz durchgedrungen. Noch immer hätten Zuschauer „Puschel schwenkende Mädchen“ vor Augen.

Das soll sich nach dem Auftritt der neun Sportlerinnen und 13 Sportler im Alter zwischen 16 und 30 Jahren ändern. „Wir hoffen auf mehr Anerkennung und Bekanntheit unseres Sports“, sagt Trainerin Oxana Prokoptschuk. Sie trainiert zusammen mit Marco Schulz das Team für den Auftritt bei Olympia.

Geplant sind Präsentationen bei Siegerehrungen, Straßenumzügen, in ausgewählten Wettkampfstätten bei verschiedenen Sportarten wie Eishockey und bei der Abschlusszeremonie. Eingeübt werden kleine Choreographien mit Hebeübungen bis hin zur Kür. Außerdem ist eine Meisterschaft innerhalb der acht teilnehmenden Teams vorgesehen.

Die Trainerin engagiert sich dabei mit einem weinenden Auge. Sie verzichtet zugunsten ihres Kollegen auf die Olympiareise, damit das heimische Training der anderen acht Mannschaften während der Hauptsaison nicht ausfällt. Das IOC hat nur acht Nationen ausgewählt, die Cheerleader-Teams nach Pyeongchang abstellen dürfen. USA und Kanada als Mutterländer des Cheerleading, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweiz, Südkorea und Deutschland.

Dass Deutschland dabei sein darf, halten die Verantwortlichen beim SC Bayer Uerdingen für ein Zeichen, dass man sich dank guter Leistungen eine besondere Stellung erarbeitet habe. „Vom Niveau in Nordamerika sind wir noch ein Stück entfernt“, gesteht Neiderek, der auch Mitglied des Nationalteams ist.

Für das Team der Dolphins Coed kann derweil in Krefeld nichts anbrennen. Sie haben als amtierender Meister eine Wild Card für die Deutsche Meisterschaft 2018.

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