Die meisten Krefelder Radfahrer kommen ohne Fremdeinwirkung zu Fall. Das sagt die Statistik der Polizei.

Unfälle
Kempener Allee/Birkschenweg: Ein Radfahrer wird von einem Lkw erfasst und schwer verletzt.

Kempener Allee/Birkschenweg: Ein Radfahrer wird von einem Lkw erfasst und schwer verletzt.

Erkelenzer Straße/Kimpler Straße: Ein 88-Jähriger wird von einem Bus erfasst. Er ist auf der Stelle tot.

Dießemer Bruch/Neue Ritterstraße: Ein 22-Jähriger stirbt nach einem Unfall mit einem Lkw.

St. Töniser Straße/An der Kempener Platte: Radfahrer nach Kollision mit Pkw schwer verletzt.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 4

Kempener Allee/Birkschenweg: Ein Radfahrer wird von einem Lkw erfasst und schwer verletzt.

Krefeld. Bilder deformierter Fahrräder nach Kollisionen mit Kraftfahrzeugen waren in den vergangenen Wochen häufig zu sehen: Sie künden von schweren Verletzungen oder gar vom Tod. Doch einen Anstieg der Unfälle mit Fahrradfahrern gibt es in diesem Sommer nicht. Das belegt die Unfallstatistik der Polizei.

Die meisten Radler verunglücken in Krefeld ohne Fremdeinwirkung: 13 von 24 im Juli, 22 von 40 im Juni. Auch Mittwoch und Donnerstag mussten Polizeibeamte zwei folgenschwere „Alleinunfälle“ aufnehmen: Am Mittwochnachmittag fuhr ein Rennradfahrer in den gesperrten Bereich der Baustelle auf der Hentrichstraße am Hafen: Der 59-Jährige erlitt beim Sturz schwere Verletzungen.

Donnerstag erlitt Radfahrer einen tödlichen Herzinfarkt

Nicht gerettet werden konnte Donnerstag ein Krefelder (60), der um 10.40 Uhr auf der Gutenbergstraße vor dem Haus Nr. 24 einen Herzinfarkt erlitt und mit seinem Fahrrad stürzte. Ein Passant reanimierte den Bewusstlosen sofort, doch im Krankenhaus starb der Mann.

Zahlen aus diesem Monat kann Polizeisprecher Hans Acor Kniely zwangsläufig nur unvollständig liefern: Danach wurden bei zehn Unfällen mit Radfahrern sechs Personen leicht, zwei schwer und einer (Dießemer Bruch/Neue Ritterstraße) tödlich verletzt: Dort war ein 22-Jähriger vom linken Vorderreifen eines nach rechts abgebogenen Lastwagens erfasst worden. Kniely: „Die Unfallsituation lässt die Ursache ,toter Winkel’ nahezu ausschließen.“

Im Juni und Juli 2011 ereigneten sich genauso viele Radunfälle

In den Vergleichsmonaten (Juni und Juli) des Vorjahres ereigneten sich exakt so viele Unfälle mit Radlern (64) wie in diesem Jahr: 34 im Juli und 30 im Juni. Angesichts des wohl zufallsbedingten Auf und Ab in der Statistik mag Andreas Domanski, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Krefeld keine Mutmaßungen anstellen: „Ich habe ohnehin nur ältere Daten vorliegen.“

Ermittlungsverfahren gegen Lkw-Fahrer eingestellt

Keine strafrechtlichen Konsequenzen wird der schwere Unfall vom 14. Februar 2012 auf der Kreuzung Roßstraße/Frankenring für den polnischen Lkw-Fahrer haben. Wegen geringen Verschuldens hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Das Opfer, ein damals zehnjähriges Mädchen, befindet sich heute noch immer in klinischer Behandlung, derzeit im vierten Krankenhaus. Die Zehnjährige war gerade von zu Hause in Richtung Schule losgefahren. An der Ampel hatten Lkw-Fahrer und Radfahrerin gleichzeitig „Grün“. Als der 28-Tonner nach rechts abbog, geriet das Mädchen unter die Räder, erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wird für den Rest seines Lebens schwerstbehindert bleiben. Das Kind, so ein Gutachter, treffe keine Schuld.

Unberührt von der Verfahrenseinstellung bleiben die zivilrechtlichen Ansprüche des Unfallopfers. Die werden sich voraussichtlich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

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