Bescherung am WZ-Mobil: Freude und Entsetzen lagen beim Schrottwichteln nahe beisammen.

Bescherung am WZ-Mobil: Freude und Entsetzen lagen beim Schrottwichteln nahe beisammen.
Didi de Voss kann sich vor Freude über seinen Borat-Tanga kaum halten.

Didi de Voss kann sich vor Freude über seinen Borat-Tanga kaum halten.

Pure Begeisterung: Emma Jaeger (l.) und Leandra Vardaxix freuen sich über Tassen und den schmiedeeisernen Kerzenständer.

Beim Schrottwichteln war für jeden etwas dabei.

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Didi de Voss kann sich vor Freude über seinen Borat-Tanga kaum halten.

Uerdingen. Nur ganz kurz entgleisen Didi de Voss die Gesichtszüge. Dann hält er sich seine neue, knallgrüne String-Badehose à la „Borat“ (das Alter Ego von Sacha Baron Cohen) vor den Bauch und lacht schallend. „Die fehlte ihm noch“, lautet der trockene Kommentar seiner Frau Anna-Maria. So viel ist schnell klar: Beim Schrottwichteln am WZ-Mobil in Uerdingen bleiben so kurz nach Weihnachten nun wirklich keine Wünsche offen.

Auch Anna-Maria de Voss’ Didi hat sich wieder gefasst: „Der passt“, sagt er mit Blick auf den grünen Hauch von Nichts in seiner Hand. „Damit verkleide ich mich Karneval.“ Die beiden selbst haben ein jugendfreieres Wichtelgeschenk zum WZ-Mobil mitgebracht: ein Tassen-Set, über das sich Emma Jaeger freut. Spätestens dann, wenn sie groß genug ist, um von zuhause auszuziehen, und Tassen-Sets Mangelware sind.

Das Motto „Tausche Toilettenpapierhalter gegen Plüschweihnachtsmann“ macht seinem Namen auch in diesem Jahr am WZ-Mobil alle Ehre: Die Besucher haben auf unseren Aufruf ihre ganz persönlichen Horror-Weihnachtspräsente mitgebracht, die sie sonst wohl nicht einmal ihrem ärgsten Feind unter den Tannenbaum gelegt hätten. Und dafür sind einige sogar aus Fischeln oder Hüls nach Uerdingen gekommen.

So wie Hannelore und Rolf Grönsch. Die beiden Fischelner haben zwei Wichtelgeschenke mit Themenschwerpunkten zusammengestellt: Das Freizeitpaket überrascht die begeisterten Beschenkten – Markus Pütz und Ursula Pawletku – mit einer DVD („Solaris“ mit George Clooney) und romantischer Panflötenmusik. „Ins Genusspaket haben wir ein Gutscheinbuch und eine Dose Wildleberpastete gelegt“, erklärt Hannelore Grönsch, „wir essen kein Wild.“ „Zum Glück sind wir keine Vegetarier“, bedankt sich Ursula Pawletku höflich fürs Geschenk. Etwas leiser schiebt sie nach: „Zur Not haben wir zuhause aber auch eine Katze, der schmeckt die Pastete bestimmt . . .“

Übrigens: Die Strafe für die verschenkte Panflötenmusik-CD lässt nicht lange auf sich warten: Langsam schält Hannelore Grönsch ihrerseits das liebevoll verpackte Holzinstrument aus dem Geschenkpapier. Ironie des Schicksals? „Ach, na ja, das bekommt eben meine Enkelin.“ Ein glücklicheres Händchen bei der Geschenkewahl hat da Ehemann Rolf: Für ihn gibt’s ein Ziegelbruchstück aus der alten Römerstadt Xanten. Was fürs Schrottwichteln im nächsten Jahr? „Kommt gar nicht in Frage, das verschenke ich nicht mehr“, protestiert Grönsch. „Das kommt zuhause in unsere Vitrine zu den Fossilien und Edelsteinen.“

Barbara Kirchhoffs sieht das anders: Die Eierbecher-Figur, mit Hämmerchen und Löffel in der Hand verstaut sie wohl erstmal im Keller. „Den verschenke ich weiter“, sagt sie. Ihr Sohn Julian hatte mehr Glück: „Über die Espressotassen freut sich meine Freundin. Die trinkt gern Kaffee“, sagt er. Die beiden Hülser haben alte Urlaubssouvenirs mitgebracht. „Ein Bierkrug und das andere: Keine Ahnung, was das ist. Wahrscheinlich stellt man da eine Kerze rein“, sagt Barbara Kirchhoffs.

Über den Bierkrug freuen sich Karla und Ralf Ginsky. Er will ihn gar nicht mehr aus der Hand geben – anders als das mitgebrachte Geschenk: Ein schmiedeeiserner Kerzenständer – selbst gemacht, aber knapp 30 Jahre alt. „Der ist noch richtig gut, nur unser Geschmack hat sich verändert“, sagt er halb entschuldigend, halb schadenfroh.

Susanne Vardaxis wollte selbst ihren Kerzenständer loswerden und hat das glückliche Los gezogen. Was den neuen Kerzenständer besser macht, als den verschenkten? „Eigentlich nichts“, lacht sie ein wenig verzweifelt. Ihre Freundin Angela Wellenstein ist dagegen erleichtert. Die Vase, die sie aus der Verpackung zieht, gefällt ihr. „Glück gehabt“, sagt sie. Auch ihr Sohn Vincent Langhorst hat eine Vase erwischt. Silbern, schmal und länglich. Im Gegensatz zu seiner Mutter hatte er wohl etwas anderes erhofft. Aber: Das nächste Schrottwichteln kommt bestimmt!

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