Die 20-jährige Finnin Heli Kiviniemi ist die Siegerin beim Preis des Zonta-Clubs. Ihr vielfältiges Engagement hat die Jury überzeugt.

wza_1384x1500_650332.jpeg
Sie weiß immer genau, was sie will: Heli Kiviniemi, die diesjährige Siegerin beim „Young women in public affairs award“.

Sie weiß immer genau, was sie will: Heli Kiviniemi, die diesjährige Siegerin beim „Young women in public affairs award“.

Dirk Jochmann

Sie weiß immer genau, was sie will: Heli Kiviniemi, die diesjährige Siegerin beim „Young women in public affairs award“.

Krefeld. Sie hat eine sehr ordentliche Mappe dabei, wichtige Papiere jeweils in einer Hülle und kann alles aufblättern: Heli Kiviniemi versucht immer, sich auf alles minutiös vorzubereiten. Das tut sie in der Schule - im April schreibt sie ihre Abiturklausuren, zweisprachiger Abschluss. Das tut sie im Hinblick auf ihr Studium: "Ich habe mir schon eine Tabelle der Universitäten gemacht, die in Frage kommen", sagt sie. Und sie hat auch ihre Bewerbung für den Preis des Zonta-Clubs genau vorbereitet.

Allerdings ist sie doch ein bisschen überrascht, dass sie von den fünf jungen Mädchen auf der Liste für den "Young Women in Public Affairs Award" (YWPAA) oben steht. Ganz dicht dran ist ihre Freundin Lina Kramer, auch Schülerin am Fabritianum.

Ohne Einsatz in der Schule geht nichts

"Für uns war die Entscheidung nicht leicht", sagt Ursula Birker-Eckert vom Ausschuss für diesen Preis, "Heli Kiviniemi ist eigentlich die erste unter Gleichen".

Um sich überhaupt für diesen Preis bewerben zu können, muss ein junges Mädchen zwischen 16 und 20 Jahren mehrere Voraussetzungen mitbringen. Engagement in der Schule gehört dazu: "Mit meinen Freundinnen Lina und Lea habe ich die Schülervertretung für das Gymnasium Fabritianum gegründet", sagt sie, "eine SV gab es vorher nicht." Auch in diesem Bereich organisiert Heli Kiviniemi viel: "Wir haben die Aufgaben unter uns aufgeteilt, ich bin ein großer Fan von Tabellen." Ein Sponsorenlauf für die neue Mensa gehört dazu oder der "Soziale Tag" 2010.

Kiviniemi hilft bei Spiel ohne Ranzen und den Hausaufgaben

"Daran hat sich bisher noch keine Krefelder Schule beteiligt", hat sie festgestellt. Im vergangenen Sommer hat sie bei Spiel ohne Ranzen geholfen und regelmäßig erteilt sie Hausaufgabenhilfe. Unentgeltlich, versteht sich. Viel Verständnis bringt sie für die Kinder mit Migrationshintergrund auf: "Ich komme ja auch aus einem anderen Land, und musste mich zunächst mit Händen und Füßen verständigen."

"Young women in public affairs award" (YWPAA) heißt die Auszeichnung des Zonta-Clubs, die alljährlich an Schülerinnen zwischen 16 und 20 vergeben wird. Das Preisgeld für die Siegerin ist auf 300 Euro erhöht worden. Die Schule der Preisträgerin darf die YWPAA-Stele, auf der alle Preisträgerinnen samt Schule eingraviert sind, für ein Jahr bei sich aufstellen. Alle fünf Mädchen bekommen eine Urkunde. In Krefeld wird dieser Preis zum zehnten Mal verliehen. Heli Kiviniemi ist die erste Preisträgerin vom Gymnasium Fabritianum.

Der Zonta-Club ist eine Vereinigung von berufstätigen Frauen, die sich vor allem im sozialen Bereich engagieren und für die Gleichstellung der Frauen in aller Welt eintreten.

Heli Kiviniemi wurde vor 20 Jahren in Finnland geboren. Sie kam vor zehn Jahren nach Krefeld. Ihre Mutter ist Russin, ihr Vater Finne. Heli Kiviniemi beherrscht vier Sprachen aus drei Sprachfamilien: Finnisch, Russisch, Englisch und Deutsch.

Ihre Sprachkenntnisse kommen ihr auch außerhalb der Schule zugute: Vor zwei Jahren hat sie ein Praktikum bei einer amerikanischen Firma in Linn absolviert und ist seitdem dort aushilfsweise als Übersetzerin tätig.

Für den YWPAA-Preis hat sich Kiviniemi auch mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft beschäftigt. "Es ist nicht leicht, Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen," so ihr Fazit. Aber mit guter Organisation wird ihr das sicher eines Tages gut gelingen. Für die Familienplanung allerdings hat die junge Frau noch keine Liste angelegt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer