Quartiere wie die südliche Innenstadt sollen altengerecht werden. Ein vom Land gefördertes Projekt unterstützt diese Entwicklung, etwa im Hansa-Centrum.

Quartiere wie die südliche Innenstadt sollen altengerecht werden. Ein vom Land gefördertes Projekt unterstützt diese Entwicklung, etwa im Hansa-Centrum.
Es geht um gesellschaftliche Teilhabe: Im Hansa-Centrum gibt es einen Treffpunkt, den Menschen generationsübergreifend für Aktivitäten und Gespräche nutzen können. Symbol

Es geht um gesellschaftliche Teilhabe: Im Hansa-Centrum gibt es einen Treffpunkt, den Menschen generationsübergreifend für Aktivitäten und Gespräche nutzen können. Symbol

dpa

Es geht um gesellschaftliche Teilhabe: Im Hansa-Centrum gibt es einen Treffpunkt, den Menschen generationsübergreifend für Aktivitäten und Gespräche nutzen können. Symbol

„Es gibt viele vereinsamte, verarmte und misstrauische ältere Menschen ohne gesellschaftliche Kontakte“, betont Sandy Schilling vom Caritasverband Krefeld vor dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren. Er ist Leiter des Projekts „Altengerechte Quartiere“, das vom Land gefördert wird, um vernachlässigte Quartiersstrukturen in Gemeinden zu entwickeln. Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und die Stadt beteiligen sich daran. Das zweijährige Projekt beschäftigt sich mit der südlichen Innenstadt, in der viele Menschen mit Migrationshintergrund leben.

Schilling will diese Menschen stärker in das gesellschaftliche Leben einbinden – und das generationsübergreifend. Auch diejenigen, die am sozialen Leben nicht mehr teilnehmen. Dabei denkt er nicht nur an Ältere, sondern auch an Migranten und Flüchtlinge, für die neuerdings Gedächtnistraining in Muttersprache angeboten wird. Wichtig als Zentrum aller Aktivitäten ist ein Nachbarschaftstreff, zu dem alle Anwohner kommen können. Im Hansa-Centrum ist dies derzeit ein leerstehendes Ladenlokal, das für vielfältige Aktivitäten und Initiativen genutzt wird.

Senioren gesucht, die sich in das Projekt einbringen

Kleinräumige Versorgungsstrukturen, nachbarschaftlicher Zusammenhalt und Identifikation mit dem Stadtteil fördern ein stabiles Wohnumfeld, sagt Schilling und betont, dass Jung und Alt willkommen sind. Kern des Projektes sei, dass Quartiersbewohner die Rolle von Multiplikatoren und Lotsen übernehmen. Derzeit gebe es direkten Kontakt zu gut 60 Akteuren im Viertel, die unterstützend tätig sind. Gesucht werden etwa Senioren mit Interesse an Stadtgestaltung, die sich projektbegleitend einbringen wollen.

Das Angebot ist vielfältig. Es gibt ein Begegnungstelefon, Sprechstunden, wenn jemand Probleme hat, und bei Bedarf Einzelfallhilfen. Im „Erzählcafé“ finden in offener Runde Stadtgespräche statt. Beliebt sind die Quartiersbegehungen mit Edgar Sonnenschein rund um den Hauptbahnhof. Gerngesehene Gäste sind die Bewohner des Seniorenheims im Hansahaus.

Schilling möchte die Bürger des Quartiers enger mit der Politik vernetzen. Dazu dienen zum einen die Begehungen, zum anderen der Hinweis auf Veranstaltungen wie die WZ-Reihe „Krefeld hautnah“ mit ihren bürgernahen Diskussionsrunden. Offen sei man auch für bürgerschaftliches Engagement aller Art wie durch Start-ups im sozialen Bereich.

Das Projekt ist auf zwei Jahre befristet, es läuft 2018 aus. Schilling hält eine künftige Finanzierung für möglich und wünschenswert, weil es dafür Fördertöpfe gibt. Am Ende gebe es einen Workshop, um festzuhalten, welche Aktivitäten sich fortführen lassen. Sein Vorschlag: Die Wohlfahrtsverbände führen das Projekt zunächst für fünf Jahre weiter. Der Sozialausschuss begrüßt das Vorhaben.

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