Bauordnung des Landes eröffnet Chance, bei Neubauten Abstellflächen vorzuschreiben.

Künftig könnten nicht nur die Zahl der Pkw-Stellplätze, sondern auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder festgeschrieben werden.  Archiv
Künftig könnten nicht nur die Zahl der Pkw-Stellplätze, sondern auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder festgeschrieben werden. Archiv

Künftig könnten nicht nur die Zahl der Pkw-Stellplätze, sondern auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder festgeschrieben werden. Archiv

Lübke

Künftig könnten nicht nur die Zahl der Pkw-Stellplätze, sondern auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder festgeschrieben werden. Archiv

Krefeld. Krefeld gehört nicht nur zur Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, die Stadt ist auch Sitz der Geschäftsstelle. Auf den vorderen Rängen der fahrradfreundlichen Städte spielte sie zuletzt trotzdem nicht mit.

Ein Anstoß, mehr für Radfahrer zu tun, bietet eine neue Bauordnung des Lands. Sie regt an, eine Fahrradabstellsatzung analog zur Pkw-Stellplatzverordnung zu entwickeln. Die Grünen greifen die Anregung gerne auf. Leicht zugängliche und diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten erhöhten die Motivation deutlich, auch im Alltag auf das Fahrrad zurückzugreifen, argumentieren sie. „Im 21. Jahrhundert, im demografischen Wandel und in einer zertifizierten fahrradfreundlichen Stadt macht es keinen Sinn, neue Gebäude so zu bauen, dass Räder zum Beispiel vor der Fahrt mangels Abstellalternativen erst einmal aus dem Keller getragen werden müssen. Diese Barriere können und sollten wir sukzessive abbauen“, fordert Daniel John, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Schon im Spätsommer 2014 hatten die Grünen versucht, über eine entsprechende Satzung für ein ausreichendes Angebot an Fahrradabstellplätzen in Krefeld zu sorgen, waren aber damals nicht weitergekommen, weil die Verwaltung die Rechtslage als uneindeutig eingeschätzt hat.

„Jetzt ist vom Land glasklar geregelt, dass die Kommunen solche Satzungen beschließen können“, sagt John. Die Verwaltung solle jetzt zeitnah einen Entwurf erarbeiten, der konkret die Anzahl und Qualität der beim Neubau und bei wesentlichen baulichen Änderungen zu schaffenden Radabstellplätze regelt. „Das gilt natürlich nicht nur für Wohngrundstücke, sondern auch für andere Bauvorhaben, für die Parkmöglichkeiten notwendig werden“, stellt John klar.

Rund die Hälfte aller städtischen Kfz-Fahrten sind Kurzstrecken unter fünf Kilometer. Dafür sei das Fahrrad der optimale Verkehrsträger, wenn die Infrastruktur stimme, so John. Darum lohne es sich, hier Anreize zu schaffen.

„Dazu gehört neben einer guten und sicheren Infrastruktur eben auch eine vernünftige Abstellmöglichkeit für Räder“, bekräftigt John. vlo

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