Stadtkämmerer appelliert mit neuem Merkblatt an die Halter, für ihre Tiere Steuern zu zahlen.

Haushalt
Ganz gleich, ob groß oder klein – Hunde müssen steuerlich angemeldet werden.

Ganz gleich, ob groß oder klein – Hunde müssen steuerlich angemeldet werden.

Dirk Jochmann

Ganz gleich, ob groß oder klein – Hunde müssen steuerlich angemeldet werden.

Krefeld. Hundefahnder wird es in Krefeld auch künftig nicht geben. Vielmehr appelliert Stadtkämmerer Ulrich Cyprian an die Einsicht von Haltern: „Wer sich ein Auto anschafft, weiß ja schließlich auch, dass er dafür Steuer zahlen muss.“ Auf diesem Wege hofft er, 60 000 Euro mehr pro Jahr einzunehmen.

Am kommenden Montag werden 80 000 Bescheide für die Grundbesitzabgaben von der Stadt verschickt. Beigelegt ist erstmals ein neues Merkblatt zur Hundesteuer, dass die Mitarbeiter selber entwickelt haben. In Workshops hatte die Stadtverwaltung überlegt, wie zusätzliche Einnahmen für die Stadt erzielt werden könnten. „Bundesweite Schätzungen gehen davon aus, dass 20 bis 30 Prozent aller in einer Stadt Hunde nicht steuerlich gemeldet sind“, erläutert Fachbereichsleiter Peter Mertens. Derzeit sind in Krefeld 11 198 Vierbeiner registriert.

Während Mönchengladbach vor einem Jahr für viel Geld eine systematische Bürgerbefragung bei einem privaten Unternehmen in Auftrag gegeben hatte, setzt die Stadt laut Cyprian auf Einsicht. Auch auf dem Internet-Portal der Stadt können Hunde angemeldet werden.

Seit 2009 ist die Zahl der angemeldeten Hunde in Krefeld um 7,5 Prozent gestiegen. 9692 Bürger halten derzeit ein Tier, 673 zwei oder mehrere. Mertens: „In Krefeld kommen danach 47 Hunde auf 1000 Einwohner, das ist relativ viel.“ Im Vergleich: In Köln sind es 25 auf 1000.

In diesem Jahr wird erstmals seit 1993 die Hundesteuer erhöht. Cyprian rechnet mit Mehreinnahmen von 90 000 Euro, insgesamt mit 1,1 Millionen. Für den ersten Hund sind nun 101,20 Euro (statt 92), für einen zweiten 117,70 (statt 107) und für drei oder mehr jeweils 134,20 Euro fällig. „Diese Sätze sind kein Grund, seinen Hund nicht anzumelden“, sagt Cyprian. In Mönchengladbach muss ein Bürger 138 Euro zahlen.

Außerdem brauchen Halter von als gefährlich eingestuften Hunden nach dem Landeshundegesetz oder bestimmter Rassen wie Mastiff oder Rottweiler in Krefeld keine höheren Steuern zahlen. In St. Tönis hingegen sind 500 Euro an Steuern fällig.

www.krefeld.de/fb21

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