Nur zwei Bürger nutzen öffentliche Information über Änderung des Bebauungsplans am Campus.

ANHÖRUNG
Der Ausbau für Gewerbe betrifft den Campus Fichtenhain (unser Bild) ebenso wie den Europark C. Archiv

Der Ausbau für Gewerbe betrifft den Campus Fichtenhain (unser Bild) ebenso wie den Europark C. Archiv

Jürgen Brefort

Der Ausbau für Gewerbe betrifft den Campus Fichtenhain (unser Bild) ebenso wie den Europark C. Archiv

Krefeld. Ratssaal des Fischelner Rathauses, 18 Uhr: Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm hat als Hausherrin sechs Experten eingeladen, um in einer frühzeitigen Anhörung den Bürgern Gelegenheit zu geben, sich zu informieren und selbst Vorschläge zur Änderung des Bebauungsplans 653 einzubringen. Der betrifft den Ausbau der Gewerbegebiete Europark Fichtenhain C und den anliegenden Campus. Die traurige Resonanz: Gerade einmal zwei Bürger sind erschienen.

Trotz der Enttäuschung der Experten werden Fragen zur Verkehrsproblematik in und um Fischeln ausführlich beantwortet und das Projekt vorgestellt. Insgeheim steht aber die Frage im Raum, warum die Menschen erst wach werden und Kritik üben, wenn die Planung bereits weit fortgeschritten ist.

Immerhin geht es bei dem Plangebiet im Süden Krefelds zwischen A44 und der Anrather Straße um eine Fläche von 875 000 Quadratmetern. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, den seit 2004 rechtskräftigen Bebauungsplan zum zweiten Mal zu ändern.

Henning Schmidt vom Planungsbüro Rhein-Ruhr in Essen berichtet, die Änderung des Bebauungsplans sei nötig, weil er die nachfragegerechte Entwicklung hemme und an neue Gegebenheiten angepasst werden müsse. Zum Beispiel müssten Straßen und Parkplätze neu angeordnet werden. Außerdem bestehe nach dem Auszug des Jugendheims aus dem Campus keine Wohnnutzung mehr, was jetzt auch Gewerbe ermögliche, dessen Produktion etwas lauter sei.

Nachfrage von Betrieben ist sehr groß

Rechts und links der Fichtenhainer Allee wurden bereits Grundstücke in verschiedenen Größen parzelliert. Für die Vermarktung ist die GGK Grundstücksgesellschaft der Stadt zuständig, deren Geschäftsführer Eckart Preen auch die Wirtschaftsförderung mit verantwortet. Im Vorgriff hat die GGK bereits einen sechsstelligen Betrag in die Infrastruktur investiert und südlich der neuen Kommunikationsstraße eine Stichstraße gebaut. Offenbar in weiser Voraussicht. Preen: „Wir haben in den vergangenen Monaten bereits zwei Grundstücke verkauft: ein kleines an ein Willicher, ein großes an ein Krefelder Unternehmen.“ Die Nachfrage sei groß.

Der nächste Schritt ist laut Ludger Walter von der Stadtplanung das Erstellen diverser Gutachten von Verkehrs- und Entwässerungs- bis zu Umweltthemen. Wunschziel für die Offenlage ist Herbst 2015.

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