Der Fachbereichsleiter ist gestern offiziell mit vielen Gästen und Musik eingeführt worden.

Der Fachbereichsleiter ist gestern offiziell mit vielen Gästen und Musik eingeführt worden.
Der Chor der Kita Kempschen Weg bringt Markus Schön (2.v.r.) und OB Frank Meyer (2.v.l.) ein Ständchen.

Der Chor der Kita Kempschen Weg bringt Markus Schön (2.v.r.) und OB Frank Meyer (2.v.l.) ein Ständchen.

abi

Der Chor der Kita Kempschen Weg bringt Markus Schön (2.v.r.) und OB Frank Meyer (2.v.l.) ein Ständchen.

Krefeld. Alles ist schön: das Wetter, die Rede, die Musik. Alles ist für Markus Schön, den neuen Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung. Die nie da gewesene Zahl von 177 Leuten hat sich zu seiner offiziellen Einführung gestern eingefunden. Somit waren etliche Amtsstuben und viele Einrichtungen wie VHS, Krefelder Tafel, Kinderschutzbund oder Musikschule „kopflos“.

Dies zeige die Neugier und Verbundenheit der Menschen mit dem Amt und auch seine Wichtigkeit, erklärte Oberbürgermeister Frank Meyer. Er plauderte aus dem Nähkästchen: „Ich darf vielleicht verraten, dass sein Bewerbungsschreiben an die Stadt Krefeld fast sieben Seiten umfasste. Eigentlich lese ich so etwas erst gar nicht. Was allerdings ungewöhnlicher als die Länge war: Er kommt darin ohne die üblichen Wortwolken und übertriebene Selbstbeweihräucherung aus und bleibt mit profunder Fachkenntnis nah an der Sache und nah an den Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf die Kinder- und Jugendhilfe zukommen.“

In München kümmerte er sich um Notversorgung für Flüchtlinge

Dass er mit diesen Herausforderungen umzugehen verstehe, habe er in der Praxis hinlänglich bewiesen, so Meyer. „Bei der Stadt München hatte er den Job als kommissarischer Amtsleiter im Stadtjugendamt kaum übernommen, da traf ihn mit voller Wucht die erste Bewährungsprobe: Allein in den ersten beiden Septemberwochen des Jahres 2015 kamen 75 000 geflüchtete Menschen in München an. Markus Schön sorgte maßgeblich dafür, dass für die geflüchteten Kinder rund um die Uhr eine Notversorgung bereitstand.“

Mit dem „Young Refugees Center“ habe er außerdem die bundesweit erste zentrale Anlaufstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geschaffen. Diese und weitere Beispiele aus seiner Münchner Zeit zeigten, dass Schön als gelernter Jurist konzeptionell und strategisch arbeite, dass er es aber auch verstehe, die eigenen Leute dabei mitzunehmen.

Der emsige Mann lege auch Wert auf offene Kommunikation und ein vertrauensvolles Miteinander. „Ich habe schon vernommen, dass jeder, der ihm eine Mail schickt, damit rechnen muss, dass es kurze Zeit später an der Tür klopft und Markus Schön hereinkommt, um die Frage direkt zu klären, anstatt tagelang hin und her zu schreiben.“

Und dann gibt es von Meyer noch einen Schlenker für den Münchner auf die Berge: „Die haben wir auch, auf einem der höchsten findet Jahr für Jahr das beliebte Seifenkistenrennen statt, das dein neuer Fachbereich veranstaltet. So was habt ihr in den Alpen bestimmt nicht.“ Der Neue freut sich und greift dann in die Keyboard-Tasten. Anstatt einer Rede spielt er mit seiner Band „Zweckehe“ den 2015 selbst geschriebenen Song und fetzt: „Heute kommt die Offensive, die Defensive wird heute abgeschafft“.

Dass Schön die eigenen Leute mitnehmen kann, zeigt sich nicht zuletzt in der Band, denn mit ihm gemeinsam rocken die Jugendamts-Mitarbeiter Roman Schiffer und Matthias Hoeps. Die Versammlung klatscht begeistert.

Markus Schön ist mit seiner Frau Alexandra nach Krefeld gekommen. Sie wohnen mit den beiden kleinen Kindern in der Innenstadt, nahe am Südwall. Sein Fortbewegungsmittel ist ein 17 Jahre alter Opel Omega. Die Bezeichnung seines Fachbereiches hat er auf dem Kennzeichen.

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