Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass insgesamt 800 Euro und 36 Gramm Marihuana bei einem Raubüberfall erbeutet wurde. Der Richter muss sich während der Verhandlung um störende Zuschauer kümmern.

Land- und Amtsgericht Krefeld
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Archivbild Andreas Bischof

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Krefeld. Während sich die vier inhaftierten Angeklagten in einem Prozess wegen eines Raubüberfalls im mutmaßlichen Drogenmilieu ruhig und geständig zeigten, war es der Zuschauerraum, der am Dienstag mehrfach die Aufmerksamkeit des Vorsitzenden Richters der 2. Großen Strafkammer auf sich zog.

Erst wurde eine Frau dabei erwischt, wie sie heimlich mit ihrem Handy ein Foto von der Verhandlung aufgenommen hatte. Das musste sie auf Anordnung des Gerichts unter den Augen eines Wachtmeisters löschen. Danach ging dieselbe Frau in einer Verhandlungspause zielstrebig auf einen der hinter einer hüfthohen Holzabtrennung sitzenden Angeklagten zu und wollte ihn nach eigener Aussage „nur umarmen“. Da stellte sich aber ein Wachtmeister in den Weg. Vor allem der Sicherheitsaspekt verbietet es, dass Besucher in engen Kontakt mit Inhaftierten kommen.

Schließlich machten noch zwei Zuschauer durch abfällige Bemerkungen während einer Zeugenaussage auf sich aufmerksam. Die vier Angeklagten im Alter von 22 bis 26 Jahren, die aus Krefeld, Duisburg und Oberhausen kommen, entschuldigten sich bei ihrem mutmaßlichen Opfer. Der machte von seinem Recht Gebrauch, Schweigen zu dürfen, wenn man sich sonst selbst belastet.

Der Vorwurf steht im Raum, dass er ein Drogenhändler sei. Das sei laut Anklage auch der Grund für die vier Angeklagten gewesen, ihn am 4. März aufzusuchen. Als der Zeuge nach dem Anklopfen geöffnet habe, seien – je nach Aussage – alle vier oder nur drei der Männer in die Wohnung gestürmt. Dort habe einer von ihnen den mutmaßlichen Dealer mit einer mit Bleikugeln gefüllten CO2-Pistole in Schach gehalten und Geld und Drogen gefordert. Wie viel sie erbeutet haben, wusste keiner so genau. Jeder wusste nur, was er selbst aus der Wohnung mitgenommen hatte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass insgesamt 800 Euro und 36 Gramm Marihuana erbeutet wurden. Die Polizei erfuhr erst durch die Schwester des Opfers von dem Überfall. Er selbst hatte die Ordnungshüter – aus gutem Grund – nicht alarmiert. Der Prozess wird heute fortgesetzt.

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