Nach 36 Jahren an der Hubertusstraße geht Schulleiter Klaus Neuenhofer jetzt in den Ruhestand.

Nach 36 Jahren an der Hubertusstraße geht Schulleiter Klaus Neuenhofer jetzt in den Ruhestand.
13 Jahre haben sie die Marienschule gemeinsam geleitet: Nun geht Klaus Neuenhofer (l.) in den Ruhestand, Ralf Juntermanns wird neuer Schulleiter.

13 Jahre haben sie die Marienschule gemeinsam geleitet: Nun geht Klaus Neuenhofer (l.) in den Ruhestand, Ralf Juntermanns wird neuer Schulleiter.

DJ

13 Jahre haben sie die Marienschule gemeinsam geleitet: Nun geht Klaus Neuenhofer (l.) in den Ruhestand, Ralf Juntermanns wird neuer Schulleiter.

Mitte. Ein Lehrer, der 36 Jahre an der selben Schule bleibt, dem muss es dort wirklich gefallen. Nach 36 Jahren verabschiedet sich Klaus Neuenhofer vor den Sommerferien von der Marienschule, an der er seit 1982 Mathe, Physik und Informatik unterrichtet und die er die vergangenen elf Jahre geleitet hat. Die Freude am Unterricht, an der Arbeit mit den Schülern, hat Neuenhofer bis zuletzt nicht verloren. „Die Schüler zu motivieren, zu interessieren und zu begeistern, das werde ich vermissen“, sagt der 64-Jährige, „das gibt einem so unheimlich viel zurück.“

Neuenhofer hat Digitalisierung an der Marienschule vorangebracht

Bewegt hat Neuenhofer in seiner Zeit als Schulleiter an dem katholischen Gymnasium an der Hubertusstraße eine Menge – „aber nicht alleine, sondern immer im Team“, das ist ihm wichtig. Dazu gehört auch sein Stellvertreter Ralf Juntermanns, übrigens mit derselben Fächerkombination, der ab dem neuen Schuljahr in Neuenhofers Schulleiter-Fußstapfen tritt. Was allerdings nicht bedeute, dass die Naturwissenschaften an der Marienschule gegenüber den anderen Fächern großgeschrieben würden – weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft – wie Juntermanns betont: „Auch in der Sprachförderung haben wir unheimlich viel gemacht.“ Neben Spanisch und Französisch wird etwa auch Vietnamesisch und Chinesisch angeboten. „Klaus hat die Schule modern gemacht“, das würden wohl viele seiner Kollegen über den scheidenden Schulleiter sagen. Tatsächlich gibt es heute in jedem Raum einen Beamer, der mit dem W-Lan verbunden ist und so eine ganz andere Form des digitalen Unterrichts möglich macht – längst noch nicht an jeder Schule in Krefeld selbstverständlich.

Gemeinsam habe man an der Marienschule eine Feedback-Kultur entwickelt, in der nicht nur Lehrer Schülern, sondern auch Schüler ihren Lehrern Rückmeldung zum Unterricht geben – ebenso wie sich das Kollegium untereinander und der Schulleitung ein Feedback zur gemeinsamen Arbeit spiegelt. Die Umstellung von G 9 zu G 8 habe man an der Hubertusstraße gemeistert, eine gewisse Erleichterung über die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren kann der neue Schulleiter aber nicht verbergen: „Die Vielfalt der Fördermöglichkeiten ist bei G 8 einfach geringer. Mit G 9 haben wir die Möglichkeit, nicht mehr nur schnell, sondern auch in die Breite zu fördern.“

Für die individuelle Förderung jedes einzelnen der knapp 900 Marienschüler gibt es an der Hubertusstraße viele Beispiele: Den offenen Ganztag etwa, mit Hausaufgabenbetreuung und AGs über Akrobatik bis Stricken, aber auch die Begabungsförderung, die es Schülern durch Seminare in der politischen Bildung, Besuche von Sommercamps oder Ausflügen zum Kernforschungszentrums Cern in der Schweiz ihre besonderen Interessen und Talente weiter zu verfolgen, als es im Unterricht möglich wäre, und auszubauen.

Klaus Neuenhofer, scheidender Leiter der Marienschule

Dem Engagement des Kollegiums sei es auch zu verdanken, dass sich die Marienschule seit einigen Jahren Referenzschule im Netzwerk Zukunftsschule nennen darf. Beworben hatte sich die Schule dafür beim Land mit einem selbstentwickelten so genannten Diagnoseverfahren basierend auf Selbsteinschätzung sowie Test-Ergebnissen, dass es Schülern erleichtern soll, in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch Lerninhalte zu definieren. „Jeder Schüler lernt individuell das, was er braucht und vertiefen möchte, um sich zu verbessern“, erklärt Neuenhofer.

Besonders stolz ist er darauf, „dass bei allen Veränderungen, die Jahr für Jahr über Schulen gestülpt werden, der Blick hier immer noch auf den einzelnen Schüler, nicht bloß auf Leistungen, sondern auf die Persönlichkeit, gerichtet ist. Schule ist keine Maschinerie“, sagt Neuenhofer. Dafür, dass dieser Blick auch in Zukunft nicht verloren geht, soll auch eine feste Beratungsstruktur sorgen: Ein Krisenteam aus geschulten Lehrern, einer Pastoralreferentin und Mitarbeitern des Kinderschutzbundes bietet regelmäßig Sprechstunden für Schüler mit Sorgen und Nöten an, es gibt Lerncoaches und Eltern können Lehrer bei Fragen auch per Mail kontaktieren.

Für Klaus Neuenhofer endet seine Schulzeit vor den Sommerferien, für Ralf Juntermanns beginnt nach den Ferien ein neuer Lebensabschnitt. „Jetzt werden Sie Klassenlehrer der ganzen Marienschule“, habe ihm ein Schüler seiner achten Klasse zum Abschied gesagt, erzählt Juntermanns. „Das ist eine Herausforderung, auf die ich mich sehr freue, aber auch ein Schritt, vor dem ich Respekt habe.“

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