111 Jahre alt ist das Gebäude der Gemeinde. Im vergangenen Jahr steckte man mitten in den Renovierungsarbeiten für das Gotteshaus.

Am Samstag wurde rund um die Lutherkirche das „jecke Jubiläum“ der Lutherkirche gefeiert.
Am Samstag wurde rund um die Lutherkirche das „jecke Jubiläum“ der Lutherkirche gefeiert.

Am Samstag wurde rund um die Lutherkirche das „jecke Jubiläum“ der Lutherkirche gefeiert.

Dirk Jochmann

Am Samstag wurde rund um die Lutherkirche das „jecke Jubiläum“ der Lutherkirche gefeiert.

Krefeld. In Wittenberg oder Eisenach wäre es keinem frommen Protestanten in den Sinn gekommen, dieses jecke Jubiläum zu feiern. Doch im Rheinland sind 111 Jahre ein würdiger Grund für ein Jubiläum. Am Samstag – zufällig auch noch der elfte Tag im Juli – feierte man in Krefeld-Süd 111 Jahre Einweihung der Lutherkirche. Im Vorjahr befand man sich noch mitten in den Renovierungsarbeiten, so dass man ein 110-Jähriges nicht angemessen hätte begehen können.

Doch nun sind diverse Renovierungsarbeiten an der Lutherkirche abgeschlossen. Pfarrerin Sabina Busmann, die gerne eine lockere Feier zu diesem Anlass initiiert hatte, schaffte es natürlich trotzdem, der zu feiernden Zahl eine religiöse Tiefe zu geben. „Dreimal die Eins, die göttliche Zahl. Das verweist auf die Trinität, die Dreieinigkeit, und das ist doch ein höchst religiöses Jubiläum!“

Beim Bau der Kirche gab es weniger Gemeindemitglieder als heute

Pfarrer Michael Windhövel als Vertreter des Kirchenkreises Krefeld-Viersen brachte seine Gedanken zum Kirchenbau auf den überraschenden Punkt: „Es rentiert sich nicht, aber es lohnt sich.“ Er wies darauf hin, dass sich vor 120 Jahren eine geringere Zahl an Gemeindemitgliedern als heute zum Bau der Lutherkirche entschloss. „Kirchen müssen sich nicht rechnen, aber wir müssen sie uns leisten können“, resümierte er und kam zu dem Schluss: „Gott sei Dank, lohnt sich diese Kirche“.

Bernd Albrecht, Vorsitzender des Bürgervereins Süd, übermittelte die Grüße des Vereins und bedankte sich für die Arbeit der Luthergemeinde: „Machen Sie weiter so. Wir sind dabei.“

Bei der Einweihung der Lutherkirche am 6. Juli 1904 fand „nachmittags um 1 ½ im großen Saale des evangelischen Bürgervereins ein Festessen statt.“ Ein Gedeck einschließlich einer halben Flasche Wein kostete 3,50 Mark, verrät eine Kopie in einer kleinen Jubiläumsausstellung auf den Stellwänden und an einer Wäscheleine im Altarraum.

Es gab zwar am Samstag keinen offiziellen Festschmaus, doch gut und abwechslungsreich konnten die vielen Gäste trotzdem satt werden. Vor der Kirche wurde gegrillt und der frisch renovierte Luthersaal gab seine Premiere als Konditorei. Vom Erlös des Essenverkaufs möchte sich die Gemeinde einen Kühl-Gefrierschrank anschaffen, der für Feiern und andere Veranstaltungen im Luthersaal nun noch fehlt.

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