Langzeitarbeitslose mit Problemen sollen eine Beschäftigung finden. Dafür zahlt die Arge 75 Prozent der Kosten. Das Programm hat weniger Erfolg als erwartet.

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Von der Schlange in der Arbeitsagentur zu sinnvoller Beschäftigung: 62 Langzeitarbeitslose hat die Arge unter anderem beim Grünflächenamt, im Zoo und bei Wohlfahrtsvereinen untergebracht.

Von der Schlange in der Arbeitsagentur zu sinnvoller Beschäftigung: 62 Langzeitarbeitslose hat die Arge unter anderem beim Grünflächenamt, im Zoo und bei Wohlfahrtsvereinen untergebracht.

dpa

Von der Schlange in der Arbeitsagentur zu sinnvoller Beschäftigung: 62 Langzeitarbeitslose hat die Arge unter anderem beim Grünflächenamt, im Zoo und bei Wohlfahrtsvereinen untergebracht.

Krefeld. Der Mann ist 50 Jahre alt, hat Hepatitis, saß mehrere Jahre im Gefängnis, aber nicht lange genug auf der Schulbank. 15 Jahre war er arbeitslos - dann endlich im vergangenen Jahr konnte ihn Frank Weuthen von der Arge in Krefeld vermitteln, an einen Schreinerbetrieb.

Das sind die kleinen Erfolgserlebnisse, die das Programm Job-Perspektive der Bundesregierung mit sich bringt. Der Inhalt: "Leute, die eigentlich nicht vermittelbar sind, sollen in den Arbeitsmarkt", erklärt Weuthen. Darunter fallen Langzeitarbeitslose, die zusätzlich noch mindestes zwei Vermittlungshemmnisse haben.

In Krefeld waren das im vergangenen Jahr 630 der 5000 Langzeitarbeitslosen. Eine Auswahl der Hemmnisse: Sprachprobleme, zu alt, zu krank, drogenabhängig. Um diese Menschen für potenzielle Arbeitgeber dennoch interessant zu machen, übernimmt die Arge 75 Prozent der Bruttopersonalkosten.

Allerdings sind die Erfolge nicht so zahlreich, wie die Regierung es angekündigt hat. 100000Arbeitsplätze sollte die Job-Perspektive in Deutschland jährlich schaffen. Knapp 23000sind es geworden, davon 120 in Krefeld - wobei die Stadt das Programm erst im April gestartet hat. Weuthen ist überzeugt: "Das waren unrealistische Zielvorgaben. Das war uns schnell klar." Nur 600000 Euro der für das Programm zugewiesenen 2,3 Millionen Euro hat die Arge genutzt.

Nur fünf Prozent haben ihre Arbeit wieder abgebrochen

Wenn auch nicht die des Bundes, so konnte die Arge Krefeld wenigstens die eigenen Erwartungen mit 80 von rund 630 Vermittlungen übertreffen. "Sobald die Leute motiviert sind, ein vernünftiges Erscheinungsbild haben und pünktlich sind, funktioniert das überraschend gut", sagt Weuthen. Nur fünf Prozent hätten die Arbeit abgebrochen. "Das ist enorm bei einer so schwierigen Kundschaft."

62 Langzeitarbeitslose konnten Weuthen und seine Kollegen bei der Stadt, etwa beim Gründflächenamt, in Seniorenheimen oder im Zoo unterbringen, 38 bei Wohlfahrtverbänden und Vereinen, 20 in der freien Wirtschaft. Letzteres sei extrem schwierig. "Die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Wirtschaftsunternehmen und dem, was unsere Kunden mitbringen, ist ziemlich groß."

Daran will die Arge im kommenden Jahr weiter arbeiten. Rund drei Millionen Euro stehen für die Job-Perspektive bereit. Allerdings seien die Aussichten nach Weuthen nicht rosig. "Durch die konjunkturelle Lage wird es wahrscheinlich noch schwieriger, unsere beladenen Kunden in Wirtschaftsunternehmen unterzubringen."

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