Die Auszeichnung der Stadt Krefeld erhält Hermann-Josef Schüren für „Junge Stiere“.

Die Auszeichnung der Stadt Krefeld erhält Hermann-Josef Schüren für „Junge Stiere“.
Der Schriftsteller Hermann-Josef Schüren bekommt den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld.

Der Schriftsteller Hermann-Josef Schüren bekommt den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld.

Grenz-Echo Verlag

Der Schriftsteller Hermann-Josef Schüren bekommt den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld.

Krefeld. Der mit 10 000 Euro dotierte Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Hermann-Josef Schüren für seinen Episodenroman „Junge Stiere“. „Ich hab mich wahnsinnig gefreut,“ sagte Hermann-Josef Schüren zu seiner Auszeichnung. „Damit kehre ich an an den Niederrhein zurück“, sagt er. Schüren ist in einem Dorf aufgewachsen und bezieht sich in seinem Buch auch auf diese Vergangenheit. „Aber nichts darin ist autobiographisch“, sagt er. „Alles ist Fiktion“. Für seine drei noch lebenden Brüder sei das trotzdem anfangs nicht so einfach gewesen. „Literatur und Wirklichkeit müssen voneinander unterschieden werden“, sagt der 62-Jährige.

Schonungsloser Blick auf das ländliche Leben

Die Handlung beschreibt das Leben in einem niederrheinischen Bauerndorf in den 1960er-Jahren. Ein Leben, das sich im Spannungsfeld zwischen Sprachlosigkeit, menschlicher Härte, kirchlichen und gesellschaftlichen Traditionen bewegt. Im Zentrum der Geschichte steht ein ein Junge, dem die Wiederkehr der immer gleichen bäuerlichen Tätigkeiten widerstrebt. Mit Jakob, dem Ich-Erzähler, findet Schüren einen Beobachter, der mit allen Sinnen und mit kindlich-distanziertem und schonungslosem Blick die Gegebenheiten und den Strukturwandel des ländlichen Niederrheins offen legt.

„Die Personen sind treffsicher und lebendig gezeichnet. Ihr Beziehungsgeflecht verbindet geschickt die Episoden und stellt neben der Entwicklung des Ich-Erzählers die Einheit des Romans her“, lautet die Begründung der Jury des Niederrheinischen Literaturpreises. Überzeugt habe außerdem die hohe Qualität der sprachlichen Gestaltung. Schürens Prosa sei dicht und konzentriert. Er erzähle eindringlich, berührend und humorvoll. Dem Roman „Junge Stiere“ gelinge es, die Leser in seinen Bann zu schlagen, heißt es im Juryurteil. Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer übergibt den Preis am Sonntag, 6. November, im Rathaus im Rahmen einer Feierstunde.

Schüren wurde 1954 in Kerken geboren. Nach dem Abitur am Collegium Augustinianum in Gaesdonck im Kreis Kleve studierte er Germanistik und Philosophie in Aachen. „Ohne die Gaesdonck hätte ich nicht studieren können“, sagt der 62-Jährige, der immer noch Verbindung zu den Krefelder Absolventen der Schule hat.

Schüren lebt und arbeitet heute in Aachen, er unterrichtet Philosophie und Deutsch am Couven-Gymnasium. Als Schriftsteller ist er in vielen Genres tätig. Sachbücher, Bildbände, historische und Kriminalromane gehören genauso zu seinem Werk wie Kinder- und Jugendbücher, die unter dem Pseudonym Rainer Schalk erscheinen. Seine Veröffentlichungen sind eng verbunden mit Landschaft und Leben im Dreiländereck zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden. Schüren war bereits Förderpreisträger der Stadt Aachen sowie Literaturstipendiat des Landes NRW.

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