Die indische Autorin Geetanjali Shree stellte am Sonntag ihre Werke in Krefeld vor.

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Vorleserin Marie Achterberg (l.) und Autorin Geetanjali Shree bei der Lesung ihrer Werke.

Vorleserin Marie Achterberg (l.) und Autorin Geetanjali Shree bei der Lesung ihrer Werke.

Dirk Jochmann

Vorleserin Marie Achterberg (l.) und Autorin Geetanjali Shree bei der Lesung ihrer Werke.

Krefeld. Nach dem Besuch der Frankfurter Buchmesse kam die in Delhi lebende Autorin Geetanjali Shree zum Gemeindedienst für Mission und Ökumene nach Krefeld. Dort stellte sie ihre in Indien mit mehreren Preisen ausgezeichneten literarischen Werke vor.

Gelesen wurden die deutschen Auszüge von Marie Achterberg, Siegerin im Vorlesewettbewerb der Krefelder Schulen 2008.

"Veränderungen enden nie, auch nicht die der Frauen"

Zuerst las die Autorin einen kurzen Auszug aus ihrem Roman "Mai" (Mutter) auf Hindi, anschließend fuhr Marie Achterberg mit der deutschen Übersetzung fort: Die Geschichte beschreibt ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht in einer traditionellen indischen Drei-Generationen-Familie, ihre Struktur und die Benachteiligung der Frauen.

Anschließend folgte aus dem Erzählband "Weißer Hibiskus" ein Auszug der Kurzgeschichte "Gelbe Sonne": Es geht um eine indische Frau, die nach Europa kommt, um einen Kredit für Arbeiter in Indien zu beantragen. Dabei wird sie mit Erinnerungen aus ihrer Kindheit konfrontiert.

Die Lesung stand unter dem Titel "Das Haus meiner Kindheit", weil beide Geschichten Rückblicke aus der schwierigen Kindheit der Ich-Erzählerin sind.

Geetanjali Shree wurde am 12. Juni 1957 in Manipur, Uttar Pradesh, Indien, geboren. Ihr eigentlicher Name ist Geetanjali Pandey. Sie studierte neuere indische Geschichte und begann eine Karriere als Historikerin und Sozialwissenschaftlerin

In deutscher Übersetzung erschienen: "Mai", "Weißer Hibiskus" Draupadi Verlag, Heidelberg

Die darauf folgende Diskussion mit den etwa 40 Besuchern über Frauen in Indien machte deutlich, dass Frauen nicht nur auf dem Subkontinent, sondern in allen Kulturkreisen mit Klischees und Traditionen zu kämpfen haben.

"Ich will das Individuum hinter dem Klischee der Frau hervorbringen", erläuterte die Autorin. "Frauen sollen selber entscheiden, ob sie sich der Rolle und den Traditionen fügen. Aber sie sollen sich nicht hinter der Idee verstecken, sie müssen vorsichtig anfangen, die Rolle zu verändern."

Ihre Geschichten sind keine Erfahrungsberichte, auch keine Dokumentationen, vielmehr will Geetanjali Shree den Leser erfreuen und eine neue Atmosphäre kreieren, indem der Leser die indischen Gepflogenheiten in sich aufnimmt.

Auch die 14-jährige Vorleserin Marie Achterberg ist begeistert: "Ich habe alle ihre Bücher gelesen und finde sie wirklich empfehlenswert."

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