48-Jähriger soll sich an 17-Jähriger vergangen haben. Er unterrichtete auch in Krefeld.

Monatelang drehten sich die Gespräche Neusser Gymnasiastinnen nur um ein Thema: Das Verhältnis zwischen einem Lehrer und seiner 17-jährigen Schülerin. Doch nach erstem hämischen Getuschel der Schülerinnen um die angebliche Liaison ging an dem Gymnasium die Angst um: Der Lehrer soll sich gegen den Willen des Mädchens an sie herangemacht haben. Als er in Neuss gefeuert wurde, unterrichtete er für eine Woche in Krefeld - ohne, dass hier jemand etwas von den Vorwürfen ahnte.
Krefeld/Düsseldorf. Am Dienstag begann vor dem Düsseldorfer Amtsgericht der Prozess gegen den 48-jährigen Mann. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lehrer sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener in drei Fällen sowie Datenausspähung vor.

Laut Anklage hatte die damals 17-jährige Schülerin Ende 2007 den Lehrer aufgesucht, um mit ihm über ihre Probleme zu reden. Er fuhr mit ihr in einen Park in Mönchengladbach. Auf einer Parkbank soll er sie gebeten haben, ihn zu küssen. Dann habe er das Mädchen unsittlich berührt.

Zwei weitere Male soll es zu ähnlichen Kontakten gekommen sein, einmal davon nur wenige Meter von einer Stufenparty entfernt. Als das Mädchen ihm schließlich eröffnete, dass sie keinen weiteren Kontakt wolle, soll der Mann ihren E-Mail-Zugang geknackt und private Fotos kopiert haben, um sie im Internet zu verbreiten.

Schließlich habe der Lehrer die Schülerin über die Internet-Plattform "Studi-VZ" immer wieder mit Liebesbeteuerungen belästigt und um Rückkehr angefleht. Da liefen bereits die Ermittlungen gegen ihn, und am Gymnasium war er entlassen.

Da der Angeklagte sich nicht zu den Vorwürfen äußern wollte, sollte die mittlerweile 20-Jährige als Zeugin aussagen. Weil sie in Kürze ein Baby erwartet, rieten Ärzte jedoch von einer Vernehmung ab. "Die Sache belastet die junge Frau sehr. Sie will nichts mehr mit dem Mann zu tun haben", sagte ihre Anwältin. Der Angeklagte suche noch immer den Kontakt - mit aktuellen E-Mails könne sie das belegen.

Der Prozess wurde auf den 22. Februar vertagt. Dann soll auch der Frage nachgegangen werden, ob das Mädchen die Beziehung erwidert hat. 

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