Hella Monse sucht nach unerlaubten Inhaltsstoffen.

Biochemikerin Dr. Hella Monse prüft das Untersuchungsergebnis einer Fischartbestimmung.
Biochemikerin Dr. Hella Monse prüft das Untersuchungsergebnis einer Fischartbestimmung.

Biochemikerin Dr. Hella Monse prüft das Untersuchungsergebnis einer Fischartbestimmung.

Andreas Bischof

Biochemikerin Dr. Hella Monse prüft das Untersuchungsergebnis einer Fischartbestimmung.

Krefeld. Es riecht ziemlich penetrant - nach Fleisch und Wurst. Und lecker sieht das, was ziemlich aufgelöst in den Gläsern schwimmt, nicht aus. "Das ist zum Beispiel Salami", erklärt Dr. Hella Monse und weist auf eins der Gefäße mit der Brühe.

Wenn sie das sagt, wird’s stimmen. Für den Laien ist es jedenfalls nicht zu erkennen. Spezielle biologische Analytik, Proteinanalytik und Molekularbiologie heißt Monses Arbeitsbereich im Chemischen und Veterinär-Untersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper in Krefeld. Einfacher ausgedrückt: Sie untersucht Lebensmittel.

Dabei geht es zum Beispiel um Tierartnachweise und Fragen müssen geklärt werden: Enthält das Hirschgulasch aus dem Supermarkt wirklich nur Hirsch? Oder ist die teure Entenleberpastete nicht doch "gepanscht"?

Hella Monse gibt schnell Entwarnung. "Gerade hochwertige Sachen werden sehr selten verfälscht." Aber man weiß ja nie.

Der Fisch unter der Lupe: 2009 ist das "Jahr der Seezunge"

Bei der Vielzahl von Lebensmitteln kommen die Kontrolleure kaum nach. 50 Untersuchungen werden pro Woche gemacht, Schwerpunkte selbst gesetzt. 2009 ist zum Beispiel das "Jahr der Seezunge". Wo immer es geht, werden Proben des Fischs beschafft.

Das Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) ist zum 1.Januar als zweites integriertes Untersuchungsamt in NRW gegründet worden. Rund 26000 Lebensmittelproben gibt es pro Jahr, dazu kommen rund 400000 Untersuchungen im Bereich Tiergesundheit.

Leiterin der Abteilung Tiergesundheit ist Dr. Barbara Heun-Münch. Schwerpunkt ist die Tierseuchenbekämpfung. Dort landete aber zum Beispiel auch das Schimpansen-Baby George aus dem Krefelder Zoo zur Untersuchung der Todesursache.

Im Vorjahr stand Sushi besonders unter der Lupe. Nicht immer landen die Sachen, die die Kontrolleure gerne sehen würden, auch im Labor. Papaya aus Hawaii hieß zum Beispiel einmal das Objekt der Begierde. Monse lächelt. "Das Problem war, dass die hier nicht aufzutreiben war."

Es ist ein Job, bei dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt, etwa exotische Fischsorten, die auf deutschen Tellern landen. Monse selbst schaut mittlerweile auch genauer hin, was die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln angeht.

Aber mehr aus Neugier, beeinflussen lasse sie sich nicht, sagt die Biochemikerin. Ausschau hält sie zum Beispiel nach gentechnisch-veränderten Lebensmitteln. Die sind seit einiger Zeit auch in Deutschland erlaubt, aber kennzeichnungspflichtig.

"Bisher ist mir so etwas aber noch nie im Supermarkt untergekommen", sagt Monse und vermutet: "Das würde wahrscheinlich auch niemand kaufen, wenn er es wüsste."

Genetische Eingriffe etwa bei Mais, Soja oder Reis lassen sich allerdings auch nachweisen. "In Sojazellen wird zum Beispiel ein Gen eingefügt, das Unkrautvernichtungsmittel schneller abbaut", erklärt Monse. Gentechnisch veränderter Mais produziert einen Giftstoff, der Schädlinge abhält.

Viele Landwirte freuen sich über diese Entwicklung - die Verbraucher sehen das eher skeptisch. Hella Monse gibt sich diplomatisch.

"Meine persönliche Meinung zu dem Thema sage ich nicht. Wir schauen hier nur, ob Spuren von gentechnisch-veränderten Lebensmitteln vorhanden sind." Etwa in dem Reismehl, das auf seine Untersuchung wartet. Anders als Soja und Mais ist Genreis in der EU (noch) verboten.

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