Angeklagter bezeichnet Keilerei vom 1. Mai als Massaker.

Ein 26-jähriger Rumäne ist vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à acht Euro verurteilt worden.
Ein 26-jähriger Rumäne ist vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à acht Euro verurteilt worden.

Ein 26-jähriger Rumäne ist vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à acht Euro verurteilt worden.

Andreas Bischof

Ein 26-jähriger Rumäne ist vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à acht Euro verurteilt worden.

Krefeld. "Der Verlust oder die Einschränkung der Sehfähigkeit wäre möglich gewesen", sagt Professor Rudolf Leuwer, Leiter der HNO-Abteilung am Helios-Klinikum. Leuwer ist Zeuge und Sachverständiger vor dem Landgericht und sagt dort am achten Verhandlungstag zur Massenschlägerei am Großmarkt am 1.Mai 2008 aus. Die schweren Verletzungen trug der Polizeibeamte Gerd M. (49) nach Schlägen und Tritten an diesem Tag davon.

Der Arzt berichtet vom beidseitigen Bruch der Augenhöhlenböden. Um das rechte Auge von M. retten zu können, musste operiert werden. Unter dem linken Auge wird ein Nerv durch Knochensplitter verletzt. Zurück behält der Polizist auf dieser Seite eine taube Oberlippe. "Damit kann ich leben", sagt er und ist erleichtert, dass seine Augen keine bleibenden Schäden aufweisen.

Arzt: Wucht des Tritts hätte zu Schädelbasisbruch führen können

"Ob es ein Tritt war, oder ein Schlag, kann ich nicht einschätzen", sagt der Mediziner und stellt fest, dass die Wucht auch zu einem Schädelbasisbruch hätte führen können. "Prinzipiell ist das lebensgefährlich", stellt Leuwer fest.

Als Angeklagter ist an diesem Tag einer der vermeintlichen Haupttäter, Marco M., aussagewillig. Er habe nur seinen betrunkenen Sohn Gianni C., damals 16 Jahre alt, abholen wollen. Auch habe er in der Menge seine Bekannten gesucht. "Ich habe Leute zur Seite geschubst. Ich habe auch geschlagen. Ich weiß aber nicht, wen oder wo."

Den Mitangeklagten Thomas M. habe er von einem am Boden liegenden Mann gerissen und ihn beiseite geschleudert. "Es war ein richtiges Massaker, ein Chaos könnte man sagen", meint MarcoM. "Das Sie verursacht haben", sagte die Richterin. Aber getreten habe er niemand, versichert M., das könne er schon wegen seines künstlichen Hüftgelenks nicht. Was mit Gerd M. geschehen sei, das täte ihm leid, aber er habe damit nichts zu tun.

Die Verhandlung wird am 18.Februar fortgesetzt.

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