In Krefeld und Kreis Viersen sind 2600 Beschäftigte betroffen. Nirosta und Bayer verhandeln noch.

Ein Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp arbeitet am Hochofen: Der Stahlbereich gehört zu den Branchen, in denen Beschäftigte bereits in Kurzarbeit sind oder im Februar gehen müssen.  (Archiv
Ein Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp arbeitet am Hochofen: Der Stahlbereich gehört zu den Branchen, in denen Beschäftigte bereits in Kurzarbeit sind oder im Februar gehen müssen. (Archiv

Ein Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp arbeitet am Hochofen: Der Stahlbereich gehört zu den Branchen, in denen Beschäftigte bereits in Kurzarbeit sind oder im Februar gehen müssen. (Archiv

dpa

Ein Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp arbeitet am Hochofen: Der Stahlbereich gehört zu den Branchen, in denen Beschäftigte bereits in Kurzarbeit sind oder im Februar gehen müssen. (Archiv

Krefeld. Es erfreut kein Gewerkschafterherz, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt werden. "Aber", sagt der Krefelder DGB-Kreisverbandsvorsitzende Ralf Köpke, "dieses Instrument ist in schwierigen Situationen sinnvoll, da die Beschäftigten in den Firmen und Betrieben bleiben können und nicht entlassen werden".

Er schätzt, dass sich die Zahl der bei der Agentur für Arbeit Krefeld gemeldeten Kurzarbeiter im Februar deutlich erhöhen werde.

Bevor Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet wird - 2600 Mitarbeiter in 80 Betrieben sind zurzeit in Krefeld und dem Kreis Viersen davon betroffen (Stand gestern), stehen Verhandlungen in den Betrieben zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat an. Das geschieht zurzeit bei Bayer, das ist bei Thyssen-Krupp Nirosta (TKN) in der Endphase.

Bernd Kalwa ist bei TKN Krefelder und Gesamtbetriebsratsvorsitzender sowie stellvertretender Konzernbetriebsratsvorsitzender. "Die Verhandlungen des TKN-Gesamtbetriebsrats sind beendet, es folgen noch Verhandlungen in Detailfragen für die vier Standorte Krefeld, Bochum, Düsseldorf-Benrath und Dillenburg".

Thyssen-Krupp Nirosta wird im Februar Kurzarbeit anmelden

Grundsätzlich, sagt Kalwa, gehe TKN im Februar in Kurzarbeit, betroffen seien 2000 der 2300 Mitarbeiter am Standort Krefeld. "In den Verhandlungen haben wir auf ein erträgliches Einkommen und auf Lastenverteilung geachtet.

Kurzarbeitergeld zahlt die Agentur als Pflichtaufgabe dann, wenn ein Betrieb zurzeit nicht genügend Aufträge hat, um seine Mitarbeiter zu beschäftigen.

Die Mitarbeiter werden nicht entlassen, der Betrieb zahlt die Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) die Agentur für Arbeit zahlt Kurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes (abhängig vom Familienstand 60 bzw. 67 Prozent vom pauschalierten Nettoentgelt). Maximale Dauer: 18 Monate.

Mit dem Konjunkturpaket II (die WZ berichtete) ist folgende, in Teilen deckungsgleiche Regelung vorgesehen:

Das zahlt die Agentur, wie gehabt, dann, wenn ein Betrieb zurzeit nicht genügend Aufträge hat, um seine Mitarbeiter zu beschäftigen. Die Agentur für Arbeit übernimmt Kurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes (wie vorne stehend) und 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge (maximale Dauer 18 Monate).

Werden die Mitarbeiter während der Kurzarbeitphase qualifiziert, übernimmt die Agentur neben dem Kurzarbeitergeld die vollen Sozialversicherungsbeiträge und zahlt bis zu 100 Prozent der Qualifizierungskosten.

Wir blicken zwar vorsichtshalber auf das Ende des Geschäftsjahres im September, aber es ist für die Kollegen ganz wichtig zu wissen, dass wir Kurzarbeit von Monat zu Monat neu verhandeln und vereinbaren. Die Auftragslage spielt dabei natürlich die entscheidende Rolle", sagt Kalwa.

TKN habe zurzeit nicht genug Auftragsmengen für die Vollbeschäftigung. Jeder Arbeitnehmer soll von Kurzarbeit im Durchschnitt nicht mehr als sechs Schichten im Monat betroffen sein. "Und: Auch wir haben erreicht, dass unsere Auszubildenden und ihre Ausbilder nicht von diesem Schritt betroffen sind. Ausbildung muss sein."

Auch weitere Betriebe aus den Bereichen Stahl/Metall, Automobil-Zulieferung, Textil, Maschinenbau und Chemie sind in Kurzarbeit oder werden es im Februar oder März sein. DGB-Chef Köpke appelliert an Firmen und Betriebe: "Nutzen Sie alle arbeitsmarktpolitischen Instrumente nutzen, um Entlassungen zu vermeiden."

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