Die Werke des Künstlers Udo Dziersk sind ab heute im Buschhüterhaus zu sehen.

Udo Dziersk vor einem seiner Werke. In seinen Arbeiten gibt es häufig noch das „Bild hinter dem Bild“.
Udo Dziersk vor einem seiner Werke. In seinen Arbeiten gibt es häufig noch das „Bild hinter dem Bild“.

Udo Dziersk vor einem seiner Werke. In seinen Arbeiten gibt es häufig noch das „Bild hinter dem Bild“.

Dirk Jochmann

Udo Dziersk vor einem seiner Werke. In seinen Arbeiten gibt es häufig noch das „Bild hinter dem Bild“.

Krefeld. „Diese Bilder wollen uns viel erzählen“, beschreibt Elke Meyer-Michael ihren ersten Eindruck der Werke von Udo Dziersk. In einer Düsseldorfer Galerie hat die Vorsitzende des Krefelder Kunstvereins die Arbeiten kennengelernt. Jetzt ist der Künstler, der an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrt, nach Krefeld gekommen, um im Buschhüterhaus am Westwall 124 mit seiner Ausstellung „Schwer gefällt“ Einblicke in seine Arbeiten zu geben.

Drei Großformate beherrschen das Erdgeschoss des Hauses, doch die farblich eher dezenten Ölmalereien führen zu einem angenehmen ersten Eindruck. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man eine Fülle von erzählerischen Details, die eine gewisse Ruhe und Ordnung vermitteln. Udo Dziersk arbeitet mit Versatzstücken, die sich aus einer Sammlung von Skizzen herauskristallisieren, die wiederum auf unterschiedliche Impressionen zurückzuführen sind. So befindet sich auf dem Bild an der linken Wand eine etwas rätselhafte Figur, die der Künstler in der Moskauer U-Bahn entdeckt hat. Es ist ein propagandistisches Denkmal aus der stalinistischen Zeit und stellt einen Mann dar, der ein Kind trägt. Am Bein des Mannes fehlt ein Stück. Der Bär hält ein Stück. „Er steht für das alte Russland“, erklärt Dziersk. Ein kreisförmiges Element in der Mitte stellt optisch eine Verbindung her. Das Bild ist Teil eines ganzen Zyklus über Moskau, in dem der Künstler seine Eindrücke dieser geschichtsträchtigen Stadt verarbeitet hat. „Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt“, sagt er.

Wenn ihn ein Thema fasziniert, möchte er es bearbeiten. Dafür beginnt er auf mehreren Leinwänden parallel zu arbeiten, legt sich Skizzen und Fotos zurecht, von denen einzelne Fragmente dann ihren Weg auf die Leinwand finden.

Das parallele Arbeiten ist auch durch die Maltechnik und den daraus resultierenden Trocknungsprozess bedingt. Neben den Bildinhalten ist die Malerei selbst ein Thema, das der Künstler sehr vielfältig bearbeitet. So finden sich immer wieder gespachtelte Elemente neben lasierend ausgeführten Flächen. Letztere führen zu einer besonderen Leuchtkraft und Tiefenwirkung.

Seine Werke sind vom Alltag inspiriert

Auf den beiden Bildern an der gegenüberliegenden Wand setzt Dziersk diese Technik effektvoll bei landschaftlichen Details ein. Auf beiden Bildern befindet sich ein Paar in einer Fantasielandschaft, deren Hügel und Zypressen ein wenig an die Toskana erinnern. Auf dem rechten Bild sind die Figuren nur als Silhouetten zu sehen, eine von ihnen hält einen Fotoapparat in der Hand.

Zeiten: Die Eröffnung der Ausstellung ist heute um 19 Uhr im Buschhüterhaus. Sie geht bis zum 9. April und ist mittwochs bis freitags von 16 bis 19 Uhr zu sehen, sonntags von 11 bis 13 Uhr. Am 23. (Altweiber) und 26. Februar (Karnevalssonntag) ist das Buschhüterhaus geschlossen.

Wie der Künstler verrät, hat ihn der eigene Schatten zu den Silhouetten inspiriert, das Bild insgesamt enthält einige biografische Details. Im Vordergrund bilden Linien und einige Baumäste eine Art Zaun, durch den man in das Bild hineinblickt. Ein-und Ausblicke sind auch das Thema bei einigen Bildern im Obergeschoss.

Nur fünf größere Arbeiten sind dort zu sehen, davon drei, die um ein Fenstermotiv kreisen. Sie korrespondieren sehr schön mit den echten Fenstern im Raum. Das Motiv des Bogenfensters hat Dziersk in einem alten Gebäude in Palermo entdeckt. Mit dem Ausblick in eine Landschaft zitiert er ein beliebtes Thema der Kunstgeschichte und reichert es noch mit einer Fülle von Details an. Dazu gehören südliche Landschafts- und Architekturelemente und farbige Mosaikbänder.

Doch neben dem Inhalt spielen hier auch wieder formale Dinge eine wichtige Rolle. Es geht um den wechselseitigen Blick von innen nach außen, aber auch um die Verbindung des Fensters mit seiner Umgebung.

Um das Ganze zusammenzubringen, bedient sich der Maler oft verblüffend einfacher Methoden. So lässt er das Mosaikband über die Grenzen des Fensters hinweg quer durchs Bild laufen, an anderer Stelle wächst eine ungewöhnliche Pflanze aus dem Bild heraus dem Betrachter entgegen.

Es gibt viel in diesen Bildern zu entdecken, souverän versteht es der Künstler, die Fantasie des Betrachters anzuregen. Dabei bleibt immer ungewiss, ob sich hinter manchem geheimnisvoll und großartig wirkenden Detail nicht etwas ganz Banales verbirgt. „Es gibt das Bild hinter dem Bild“, sagt Udo Dziersk.

Doch unabhängig davon, ob man dem immer auf die Spur kommt, spürt man, dass hier ein von modischen Zeitströmungen unabhängiger Künstler am Werk ist, der eine große Freude an seinem Tun hat.

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