Ensemble aus St. Petersburg zeigt im König-Palast eine anmutige Version des Klassikers „Schwanensee“.

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Eine Augenweide im König-Palast: das St. Petersburger Staatsballett on Ice.

Eine Augenweide im König-Palast: das St. Petersburger Staatsballett on Ice.

Dirk Jochmann

Eine Augenweide im König-Palast: das St. Petersburger Staatsballett on Ice.

Krefeld. Nach dem "Nussknacker" vor einem Jahr war das St. Petersburger Staatsballett on Ice jetzt mit "Schwanensee" zur Musik von Tschaikowski zu Gast in der Krefelder Arena. Insgesamt über 30 Eistänzer russischer Schule begeisterten die rund 1700 zu großen Teilen auswärtigen und russisch sprechenden Zuschauer mit einer anmutigen Version des klassischen Balletts, die ursprünglich zum 300-jährigen Bestehen der Stadt St. Petersburg vor sieben Jahren choreografiert wurde. Krefeld war eine von 21 Stationen der nach Weihnachten gestarteten Deutschlandreise.

Kostümschneider konnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen

Die Regie hat die von Konstantin Rassadin choreografierte Fassung in eine märchenhaft spätgotische Zeit gelegt. So konnten vor allem die Kostümschneider ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Rassadin, der selbst vom Ballett kommt, ist es gelungen, mit den beiden Tschaikowski-Stücken ein eigenes Genre des Eis-Balletts zu präsentieren.

So ist die Reduzierung der Tanzfläche auf etwa 15 Meter Breite - auf dem 60 Meter breiten Eishockeyfeld zunächst etwas klein wirkend - ein Vorteil für die Aufführung: Die Hebefiguren und Sprünge wirken zauberhaft und perfekt und sind kein Teil sportlichen Wettbewerbs. Auf der kleinen Eisfläche kommen auch die Bewegungen der Schwäne - Tänzerinnen in glänzenden Korsagen und weiten Tüllröcken - besonders schön zum Ausdruck.

Die an antike Vorbilder angelehnte Handlung des Balletts ist eine ideale Vorlage für die Umsetzung aufs Eis: Der Prinz verliebt sich in die zum Schwan verzauberte Odetta, lässt sich im Schloss vom Zauberer mit dessen Tochter Odilia täuschen und ist voll Reue gemeinsam mit Odetta dem schwarzen Todesvogel ausgesetzt. Der Ballsaal bietet die Kulisse für die Tänze des Hofnarren und der folkloristischen Gruppen aus Spanien, Ungarn oder Neapel.

Die Bewegungsabläufe in allen Szenen waren durch routinierte Perfektion gekennzeichnet und eine Augenweide durch die in Größe und Grazie passenden Figuren der Tänzerinnen und Tänzer. Herausragend waren die Hauptdarsteller Elena Khailova, Vladislava Blagonravova, Oleg Jagubkov, Roman Zarutsky und Oleg Ryabov.

Es trübte das Bild ein wenig, dass die Tänzer auf der im Eis eingefärbten Werbung der Pinguine-Sponsoren auftreten mussten, die überhaupt nicht zu den traditionellen Kostümen und Märchenfiguren passte.

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