Der Arzt Wolf Tekook stellt seine Fotoarbeiten zum Holocaust in Amerika aus.

Ausstellung
Fotograf Wolf Tekook zeigt in seinem Arbeitszimmer eines der Fotos die auch in New York präsentiert werden.

Fotograf Wolf Tekook zeigt in seinem Arbeitszimmer eines der Fotos die auch in New York präsentiert werden.

abi

Fotograf Wolf Tekook zeigt in seinem Arbeitszimmer eines der Fotos die auch in New York präsentiert werden.

Krefeld. Das Streben nach Verständnis treibt viele Menschen an. So auch den Krefelder Wolf Tekook, der sich schon viele Jahre mit dem Holocaust beschäftigt. Nun stellt er einen Zyklus fotografischer Arbeiten in einer New Yorker Universität aus – zusammen mit zwei befreundeten Künstlern.

Das Puffin Cultural Forum in der New York City University hat das Motto „We should never forget“ – wir dürfen nie vergessen – gewählt. Auf verschlungenen Wegen kam die Einladung zur Ausstellung zustande. Bei einem Besuch in Israel hatte der reisefreudige Tekook in einem Kibbuz beeindruckende Fotos gesehen. Er arrangierte eine Ausstellung in Berlin. Die Galerie allerdings wurde von einem riesigen Baufahrzeug zerstört.

Die Kunst ist für ihn ein Ausgleich zur Arbeit

Tekook fand einen anderen Ort. Bei der Eröffnung im Mai 2011 wurde er dann zu seiner großen Überraschung und Freude nach New York eingeladen: Der Wirtschaftswissenschaftler der Uni dort ist mit einer Fotografin verheiratet, die aus demselben Kibbuz stammt, wie der Mann mit den Fotos in Berlin. Auch die beiden Künstler, mit denen Tekook die Ausstellung bestreitet, sind ihm lange verbunden. Arbeiten von ihnen stehen in seinem Haus, friedlich vereint mit Skulpturen seiner Frau, mit eigenen Werken und mit vielen Büchern.

Sein Fotostudio hat er sich 2003 im Keller eingerichtet: Mit mehreren Computern, Bildschirmen, Drucker und natürlich Büchern. Und auch ein Teil seiner Pfeifensammlung ist hier unten. Tekook ist einer, der in ganz vielen verschiedenen Bereichen sammelt und archiviert.

Die Kunst war ihm schon immer wichtig: „Das war für mich immer ein Ausgleich zu meiner Arbeit“, sagt der Arzt. Und: „Ich trenne meinen Beruf strikt von meiner Kunst.“ Mit einer Ausnahme. Zum 30. Jubiläum seiner Praxis hat er zum ersten Mal eigene Arbeiten dort aufgehängt.

Zum Thema Holocaust hat der Sechzigjährige etwa 50 Fotoarbeiten komponiert – eine Freundin nennt ihn wegen der Verbindung verschiedener Elemente, die sich immer erst auf den zweiten Blick erschließen, Fotocouturist. „Meine Bilder sind darauf angelegt, zu irritieren“, sagt Tekook, „ich möchte über die Beschaulichkeit hinaus.“ „Anklage“ heißt die Montage einer anatomischen Studie aus der Renaissance in antike Mauern Jerusalems. Dazu stellt Tekook dann „Ausführungen Hitlers im Führerhauptquartier vom 25. Januar 1941“. Denn ganz wichtig ist ihm dabei die historische Dimension.

Man muss etwas wissen, um aus geschichtlichen Zusammenhängen etwas zu schließen. „Aber wenn ich jemanden zum Nachdenken und zum Nachfragen bringe, habe ich mein Ziel erreicht.“ Wie das New Yorker Publikum reagiert, schaut er sich selber an: Kurz vor Karneval fliegt er an den Hudson und ist zur Eröffnung dort.

Tekook hat schon an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen, viele Einzelausstellungen gehabt, und er hat auch Bücher veröffentlicht. In Kürze erscheint sein drittes, das er mit der Hamburger Autorin Johanna Renate Wöhlke zusammen verfasst hat. Auch hier sind es Fotoarbeiten. Wöhlke hat Texte dazu geschrieben.

Puffin Cultural Forum New York, „We should never forget“, ab 19. Februar

www.wolftek.de

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer