Der Krefelder Künstler zeigt seine ungebremste Kreativität.

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Der Künstler Will Cassel konzentriert bei der Arbeit, umgeben von seinen eigenen Werken.

Der Künstler Will Cassel konzentriert bei der Arbeit, umgeben von seinen eigenen Werken.

Dirk Jochmann

Der Künstler Will Cassel konzentriert bei der Arbeit, umgeben von seinen eigenen Werken.

Krefeld. Der Winter ist für Will Cassel immer die Zeit des Zeichnens. In seinem Atelier im Garten ist es dann zu kalt, im Haus malt er nicht mit Ölfarben. Neben dem Bleistift benutzt Cassel sehr gerne eine englische Feder, mit der er sehr kraftvoll umgeht.

"Ich zeichne emotional", sagt der Künstler und deutet auf ein Blatt, das ein fast abstrakt anmutendes Stück Holz zeigt. Durch den Druck der Feder sind winzige schwarze Punkte auf das Papier gespritzt. Für Cassel steckt ein ganzer Kosmos darin.

Dass im Kleinen das Große steckt, zählt zu den Grundzügen seines Werks, das in ungebremster Kreativität jedes Jahr stetig wächst. In den Arbeiten selbst herrscht eher Reduktion vor, besonders in den Zeichnungen.

Ausgangspunkt sind wieder einmal die weißen Gipszwerge: Zusammengefasst zu einem Bündel stehen sie auf einem Sockel. In der Beistiftzeichnung lösen sie sich in ein dichtes Gespinst von Linien auf, man kann die Ausgangsform nur erahnen. Sie wird zum Sinnbild des Seins, reduziert auf ein Bündel von Linien.

In einer anderen Bildserie hat Cassel die Bleistiftzeichnung mit weißer Acrylmalerei verbunden. "Ich, Du, Wir" heißt eine kompakte Form, die bei näherem Hinsehen auch ein Totenschädel sein könnte. Alles ist für den Künstler im Fluss begriffen, das Sein, die Zeit. Diese Arbeiten liegen ihm besonders am Herzen.

Die Blicke der Besucher, die sich wieder zahlreich in den kleinen Räumen seines Hauses eingefunden haben, gelten eher den farbigen Arbeiten. Es gibt die ersten Aquarelle zu bewundern, für die der malerische Garten des Künstlers jedes Jahr wieder Inspirationsquelle ist: "Ich brauche gar nicht weit zu gehen", sagt Cassel. Er hat auf dem Papier in zarten Farbtönen die ersten gelben Frühlingsblumen und den alten Birnbaum festgehalten.

Ganz kunterbunt ist das neue Seidentuch geworden, auf dem dicht gedrängt ein weiteres Beispiel von Cassels Welt-Theater zu sehen ist. Da gibt es bildlich umgesetzte "Eulenspiegeleien", Krefelder Krähen und kleine Weltkugeln als Räder. "Das Leben ist ein Wolkentanz", lautet einer der Texte auf dem Tuch. So leicht wie eine Wolke ist auch die feine Seide des Tuches, dessen Saum "von Hand rolliert" ist. Ein Detail, auf das der alte Seidenstädter Cassel besonderen Wert legt.

Atelier Will Cassel, Kuhdyk 20, geöffnet Fr. und Sa., 16 bis 19 Uhr, So., 11.30 bis 14.30 Uhr. Bis 30. Mai. Führung mit dem Künstler an den Sonntagen, 3.,10. und 17. Mai, jeweils 12 Uhr.

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