Seit 25 Jahren ist die Einrichtung ein Anlaufpunkt für Jung und Alt.

Vor dem Werkhaus wurde getanzt und gefeiert.
Vor dem Werkhaus wurde getanzt und gefeiert.

Vor dem Werkhaus wurde getanzt und gefeiert.

Dirk Jochmann

Vor dem Werkhaus wurde getanzt und gefeiert.

Krefeld. Sonya Rokerya (31), Carolin Neumann (19) und Laura (12) verbindet auf den ersten Blick nichts. Verschiedene Typen, unterschiedliche Generationen - keine Gemeinsamkeiten, könnte man denken. Stimmt aber nicht. Die orangefarbenen T-Shirts mit der Aufschrift "Werkhaus" verraten es. In der Blücherstraße sitzen die drei auf einer Bank und warten auf ihren Einsatz. Gleich geht die Party los.

25 Jahre Werkhaus werden mit einem Straßenfest gefeiert und Sonya erzählt, was sie immer wieder hierher führt. "Vor zwei Jahren hatte ich im Werkhaus einen Ein-Euro-Job. Zuerst habe ich im Thekenbereich gearbeitet, dann engagierte ich mich im Wiederaufforstungsprojekt ‚3333 Bäume für Krefeld’." Die Atmosphäre im Team sei prima gewesen. "Hier wurde ich wirklich gefördert und gefordert. Ich lernte mit dem PC umzugehen und habe neue Leute kennen gelernt, die mich gut betreuten." Jetzt packe sie ehrenamtlich mit an. "Selbstverständlich", sagt sie. "Das ist alles so familiär hier - da helfe ich gern."

Der Werkhaus-Spielplatz bekommt ein Sonderlob

Ähnlich argumentiert Carolin. "Ich absolviere im Werkhaus gerade ein Praktikum für mein Studium in Nijmwegen." Die angehende Sozialpädagogin berichtet von Kommilitonen, die das Werkhaus bereits kennen. "Es hat einen sehr guten Ruf." In sozialen Brennpunkten wie Cracau seien kulturelle Angebote unverzichtbar. Gerade für Kinder und Jugendliche. "Man kann so Werte vermitteln und Grenzen setzen. Das kommt in den Familien heutzutage zu kurz", meint die Krefelderin.

Besonders lobt sie den zum Werkhaus gehörenden Spielplatz an der Dießemer Straße. Er bleibt geschlossen, wenn er nicht genutzt wird. "Die Kinder sind dort beaufsichtigt und müssen nicht im Dreck spielen." Laura geht regelmäßig ins "SpieDie". Weil die Einrichtung nicht weit weg von der Blücherstraße sei, besuche sie auch das Werkhaus öfter. "Dort arbeitet meine Freundin Karo", sagt sie. Karo sei ein Vorbild. "Ich kann mir vorstellen, später selbst einmal etwas für unseren Stadtteil zu tun", sagt Laura.

Die Rückmeldungen sind Balsam auf die Seele von Monika Vehreschild. Die Mitbegründerin des Werkhauses und ihr Team mussten anfänglich gegen Vorurteile kämpfen. "Einige im Stadtrat dachten, wir wollten sinnlos Geld verprassen", erinnert sie sich. Doch das Durchhalten habe sich gelohnt. "Das Werkhaus hat vieles angestoßen. Wir waren etwa die ersten, die in Krefeld Bauchtanzkurse oder Flamenco angeboten haben. Heute macht das sogar die Volkshochschule."

Frust kommt bei Vehreschild nur dann auf, wenn städtische Einrichtungen durch mehr Geld bessere Möglichkeiten für ein breiteres Angebot erhalten. Vehreschild: "Seit 1991 ist die finanzielle Unterstützung für das Werkhaus auf kommunaler Ebene um 60 Prozent und auf Landesebene um 45 Prozent heruntergefahren worden."

Bis 2001 war die Pädagogin hauptamtliche Werkhaus-Geschäftsführerin. Dann war kein Geld mehr da. Heute ist sie wieder Lehrerin. Doch das hält sie und ihr Team nicht davon ab, immer weiter zu machen. Ein Blick auf die Blücherstraße und der Grund dafür muss nicht weiter gesucht werden: Sonya, Carolin und Laura sind emsig im Einsatz, genauso wie die anderen Helfer in ihren orangefarbenen T-Shirts.

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