Das Buch gehört immer noch auf den Gabentisch. Aber welches soll man verschenken?

Weihnachten
Wolfgang Behl empfiehlt als Geschenk „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili und „Alpha und Omega“ von Markus Orths.

Wolfgang Behl empfiehlt als Geschenk „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili und „Alpha und Omega“ von Markus Orths.

Andreas Bischof

Wolfgang Behl empfiehlt als Geschenk „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili und „Alpha und Omega“ von Markus Orths.

Krefeld. Zu viele Buchstaben, zu viele Wörter – das kann gar nicht passieren. Bücher unterm Weihnachtsbaum sind immer noch das Schönste. Deswegen hat sich die WZ erkundigt: Welche Buchhandlung in Krefeld bietet besondere Schnupperzeiten für diejenigen an, die Seiten voller schöner Zeilen verschenken wollen? Und was empfehlen die Kenner?

Die Buchhändlerin Birgitt Schweren-Wolters von Thalia legt beispielsweise Seethaler und Fitzek unter den Baum. In Robert Seethalers „Ein ganzes Leben“ (Hanser Verlag, 17,90 Euro) werden auf 150 Seiten die wichtigsten Augenblicke aus dem Leben eines Mannes erzählt, der eine harte, karge Zeit in den Bergen verbringt. Ganz ruhig, mit sparsamen Worten beeindruckt und berührt der Roman den Leser auf besondere Art. Kein Wort ist zu viel oder zu wenig!

„Late-Night-Shopping“ bei einem Glas Wein

In Sebastian Fitzeks raffiniertem und spannendem Psychothriller „Passagier 23“ (Droemer Knaur Verlag, 19,99 Euro) erlebt der Leser Action pur. Immer wieder verschwinden Menschen auf Kreuzfahrtschiffen auf allen Meeren der Welt. Auch die Frau und der Sohn des Ermittlers, der die Fälle auflösen soll, sind vor fünf Jahren verschwunden. Nun taucht plötzlich eine der Personen wieder auf. Was steckt dahinter?

Wer Lust hat, bei Thalia nach Lektüre zu stöbern, ist gut aufgehoben beim „Late-Night-Shopping im Advent“. Am Donnerstag, am Tag vor Nikolaus, lädt die Thalia Buchhandlung von 19 bis 22 Uhr zum Stöbern, zum Glas Wein und zum Zuhören ein.

Eine „Spätlese“ gibt es bei den Buchhändlern des Anderen Buchladens an der Dionysiusstraße 7 immer dienstags: Am Dienstag, 9. Dezember, können Leser zwischen 19 und 22 Uhr in aller Ruhe in den Regalen stöbern und dabei ein Gläschen Wein trinken und leise plaudern.

Die Anmeldung zum Nikolaus-Stöbern läuft bei Thalia persönlich an der Hochstraße 90-92 sowie über die Nummer 62 850. An allen Samstagen vor Weihnachten ist Thalia jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet, außerdem ist am Sonntag, dritten Advent, 14. Dezember, verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Thalia.krefeld@thalia.de

Für die Spätlese (7,50 Euro pro Person) an der Dionysiusstraße können sich Interessierte persönlich und telefonisch unter 66 842 oder per Mail anmelden: info@der-andere-buchladen- krefeld.de

Auch die Klein’sche an der Rheinstraße 133 nimmt am verkaufsoffenen Sonntag am 14. Dezember teil und ist dann von 13 bis 18 Uhr geöffnet. An allen drei kommenden Adventssamstagen und in den Tagen vor Weihnachten finden Signierstunden von Helmuth Bayen und Andreas Storz statt. Vorgestellt wird der vierte Band „Unser C(K)refeld – von 1879 bis heute. Mit ganz neuen Photos und Illustrationen“. Am zweiten Adventssamstag, 6. Dezember, wird die Ausstellung von Max Müller mit neuen und erstmalig weihnachtlichen Motiven eröffnet. Der Künstler ist von 11 bis 14 Uhr anwesend.

Auch die Buchhandlung in Hüls, Kempener Straße 6, ist an einem Sonntag geöffnet. Am 14. Dezember ist in Hüls von 13 bis 18 Uhr verkaufsoffen.

Wer hier Wolfgang Behl fragt, was er als Geschenk empfehlen würde, bekommt die Antwort: „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili (Frankfurter Verlagsanstalt, 34 Euro), „Alpha und Omega“ von Markus Orths (Schöffling, 24,95 Euro) und den Krimi „Brennerova“ von Wolf Haas (Hoffmann und Campe, 20 Euro).

In der Klein‘schen Buchhandlung, Rheinstraße 133, die für den Advent zahlreiche Aktionen plant, sind sich Mitarbeiter beim Buchtipp einig: Jennifer Clement, „Gebete für die Vermissten“ (Suhrkamp, 19,95 Euro). Die zwölfjährige Lady Di wächst mit ihrer Mutter inmitten von Mais- und Mohnfeldern in einem Dorf in der mexikanischen Provinz auf. Hier bezeichnet man es als Glück, wenn man eine hässliche Tochter hat, so ist diese dann halbwegs geschützt, wenn die Geländewagen der Drogen- und Menschenhändler auftauchen und sich rücksichtslos bedienen. Aber es gibt auch Schönheit und Hoffnung in diesen Leben. Ein zu Herzen gehendes, wunderbares Buch, welches man regelrecht verschlingt.

Bei den Taschenbüchern ist die Empfehlung Nick Dybeck, „Der Himmel über Greene Harbour“ (Heyne, 9,99 Euro). Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 14 Jahre alte Cal. Er und seine Familie sind wie viele andere auf der Insel Loyalty Island vom Fischereiunternehmen der Familie Gaunt abhängig. Als der Senior-Chef stirbt und sein eher künstlerisch ambitionierter Sohn die Firma übernimmt und eines Tages auf See bleibt, ist Cal irritiert und steht plötzlich vor einer sehr schwierigen Entscheidung.

„Das Weihnachts-Schäfchen“ fällt aus dem üblichen Rahmen

In Hüls an der Kempener Straße 6 empfiehlt Buchhändlerin Anke Brauer für den Platz unter dem Weihnachtsbaum „Ein Mann namens Ove“ von Fredrick Backman (Krüger Verlag, 18,99 Euro). Es ist ein Buch über Freundschaft und Liebe, unglaublich warmherzig und dennoch witzig erzählt. Ihr besonderer Buchtipp für alle Frauen ist das Taschenbuch „Monsieur Blake und der Zauber der Liebe“ von Gilles Legardinier (Goldmann, 8,99 Euro).

Wer auf der Suche nach Kinderbüchern ist, findet vielleicht Gefallen an dem derzeit von Sabine Flecken von der „Lese-Ecke“ am Biberweg geschätzten „Lieselotte sucht“ von Alexander Steffensmeier (Sauerländer, 14,99 Euro). Wegen der wimmeligen Bilder und der netten Geschichte ist es eines von Sabine Fleckens Lieblingsbüchern. Hinzu kommt: „Das Weihnachts-Schäfchen“ von Renate Mann/Verena Körting (Gabriel Verlag, 12,99 Euro). „Dieses Buch fällt aus dem üblichen Rahmen der Weihnachts-Kinderbücher heraus“, sagt Flecken.

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